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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Alles Liebe nachträglich«

Mine & Fatoni

»Erkläre mir die Liebe«, wünscht sich Philipp Poisel. Dazu sollte er sich das gemeinsame Album von Mine und Fatoni zu Gemüte führen, die, von Klischees befreit, eine trostlos-schöne Lebens- und Liebeswirklichkeit wiedergeben.
Geschrieben am
2005 proklamierte die Hansen Band noch: »Keine Lieder über Liebe«. Wohl wissend, dass vor allem die steifen, ungelenken Deutschen dabei viel zu häufig in lyrische Klischeefallen tapsen und schmalzige Schmachtfetzen produzieren. Tatsächlich werden Liebesthemen in der deutschen Popmusik hauptsächlich von utopisch-stereotypen Vorstellungen (Schlager) und schablonenartig neu zusammengesetzten Selbstverwirklichungstextfetzen (die sogenannten »neuen Deutschpoeten«) dominiert. Ein Gegengewicht dazu setzen Mine & Fatoni.

Das Kollabo-Album der Sängerin und des Rappers umschifft diese Peinlichkeiten durch Fokussierung auf die kleinen alltäglichen Probleme und Schönheiten von Beziehungen, statt ein weiteres unerreichbares Gesellschaftsbild der ewig währenden und unsterblichen Liebe zu produzieren. Da vergisst Fatoni wieder einmal das Salz (»Romcom«) und Mine, wie schmerzhaft die Liebe sein kann (»Aua«). Die kleinen und großen Beziehungsthemen eben. Und weil Mine und Fatoni auf »Alle Liebe nachträglich« musikalische und lyrische Lovesong-Klischees vermeiden (mit Ausnahme des dann doch zu sehr geschminkten »Schminke«), können wir in 2017 guten Gewissens proklamieren: Mehr Lieder über Liebe! Solange sie von Mine und Fatoni kommen.

Mine & Fatoni

Alle Liebe nachträglich

Release: 13.10.2017

℗ 2017 Mine & Fatoni, under exclusive license to Caroline International, a division of Universal Music GmbH