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So war’s in Köln: Tanzt, ihr Punks!

Mindless Self Indulgence live

Mindless Self Indulgence bringen ihr organisiertes Chaos auf die Bühne des Luxors.
Geschrieben am

Es ist schwer Mindless Self Indulgence irgendwo einzuordnen. Zu abgedreht ist die Band um den Sänger Jimmy Urine. Im Mai haben die New Yorker ihr  fünftes Album »How I Learned to Stop Giving a Shit and Love Mindless Self Indulgence«, das über eine Kickstarter-Kampagne finanziert wurde, veröffentlicht.

The Red Painting aus Los Angeles bereiten das Publikum schon einmal auf einen abgedrehten Abend vor. Bunte Masken und eine schräge Bühnenshow lassen aber nur erahnen, was den Zuschauer später noch erwarten wird. Die Revolte, von der sie singen, beschwören sie zwar nicht herauf, das Publikum zeigt sich dennoch amüsiert.


Jetzt geht es plötzlich ganz schnell. Der Circus ist zu Gast und die Manege ist freigegeben für Jimmy Urine und seine Bandkollegen. Im Nylon-Top und Sonnenbrille mit weißen Gläsern betritt der Sänger die Bühne und macht von Beginn an klar, dass heute durchgedreht wird. Mindless Self Indulgence starten mit Power und treiben das Publikum schon vom ersten Song an in die Ekstase.


Neben einem Rundumschlag aus allen Alben sind aber vor allem die Ansagen von Jimmy Urine ein Highlight und erinnern fast schon an ein Stand-Up-Comedy Programm. Mal telefoniert er zwischen den Songs mit Gott und ermahnt das Publikum währenddessen bitte die Klappe zu halten, ein anderes Mal parodiert er wunderbar den deutschen Akzent und Humor. Still bleiben kann Urine aber auch dabei nicht. Ständig hängt er in den Fans, springt auf das Schlagzeug oder tänzelt zu einem Playback von Vera Lynns Klassiker »We'll meet again«.


Viel gelassener ist hingegen Lyn-Z. Die Frau des My Chemical Romance Sängers bleibt mit ihrem eiskalten Blick fast komplett in ihrer Rolle als coole Bassistin. Nur wenn Urine  mal wieder etwas zu viel Blödsinn macht – und er macht an diesem Abend kaum was anderes – kann auch sie sich ein Lächeln nicht verkneifen.


Dass man die Band nur schwer einordnen kann, zeigt sich, als plötzlich Rap von der Bühne zu hören gibt. Mindless Self Indulgence performen ihre Version des Method Man Songs »Bring The Pain« und weite Teile des Publikums singen voller Inbrunst mit. Die wirkliche Überraschung an diesem Abend ist aber vor allem, wie gut die Band zusammen improvisieren kann und wie  durchdacht das Chaos am Ende dann doch sein muss.