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»Leicht«

Mikroboy

Mikroboy haben sich in Richtung Get Up Kids entwickelt und schließen damit endlich eine Leerstelle in der hiesigen Musiklandschaft.
Geschrieben am
Lange musste man hierzulande auf ein Album wie »Leicht« warten. Deutlich länger als die fünf Jahre, die sich die Band um Frontmann Michi Ludes Zeit gelassen hat, um den Nachfolger ihres 2011er-Werkes »Eine Frage der Zeit« fertigzustellen. Der noisige Postpunk von Bands wie Isolation Berlin, Die Nerven oder Messer ist ja momentan das große Ding, völlig zu Recht. Dennoch blickt jeder in Momenten trunkener Melancholie gern mal ein Jahrzehnt zurück: Willkommen in der Hochphase des deutschsprachigen Indie-Rock emotionaler Färbung. Genau hier setzt das dritte Mikroboy-Album an: Get Up Kids’ geschulter Midwestern-Pop-Core, der in Intonation und textlicher Ausgestaltung natürlich immer noch an Kettcars Marcus Wiebusch erinnert, aber auch deutliche Assoziationen zu der leider oft in Vergessenheit geratenen Ruhrgebiets-Combo Astra Kid hervorruft, die sich 2005 auf dem Höhepunkt der Indie-Welle aufgelöst hatte. Flächige Gitarren, nur noch angedeutete elektronische Nadelstiche, thematisch Liebe, Angst und offene Wunden verhandelnd. Pathos, du kannst mich mal. »Leicht« mag vielleicht etwas aus der Zeit gefallen wirken. Die Platte erinnert aber daran, was wir seit dem Indie-Rock Mitte der 2000er vermisst haben. Willkommen zu Hause!

Mikroboy

Leicht

Release: 29.04.2016

℗ 2016 chateau lala

Mikroboy »Leicht«  (Chateau Lala / Broken Silence / VÖ 29.04.16)