×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Peaks And Troughs

Mikkel Metal

Dub ist eine Methode, die sich in etwa so betreiben lässt wie Kalligrafie: als meditative Zeremonie eines Kunsthandwerks. Das klingt arg wie Malen nach Zahlen. Ist es im Grunde auch.
Geschrieben am
Dub ist eine Methode, die sich in etwa so betreiben lässt wie Kalligrafie: als meditative Zeremonie eines Kunsthandwerks. Das klingt arg wie Malen nach Zahlen. Ist es im Grunde auch.

Aber trotzdem lässt sich eben nie genau sagen, wieso die Off-Beats und Bässe einmal nur dröge im Hallraum versuppen und dann wieder nur so strahlen vor Inspiration und Atmosphäre. Mikkel Metal ist so ein Kunsthandwerker, und zwar einer der beseelten Sorte. Die Musik des Kopenhageners kann eigentlich immer nur durch eine Folie hindurch angehört werden. Und zwar nicht nur durch jene, die er aus dem Rauschen und Knistern seiner elektronischen Gerätschaften zaubert, sondern vor allem durch die Techno-Dub-Folie der großen Vorbilder Basic Channel. Mit seinem Album "Peaks And Troughs" ist er dem Original nun so nahe wie möglich gekommen. Vor allem natürlich, da Metal niemand anderen als Paul St. Hilaire, immer noch die bekannteste Stimme von Basic Channel, gebeten hat, über seinen reduziert dubbenden Beats den Spirit von Get-Togetherness zu verbreiten. Der ist hier mit beschwingtem Strich und leuchtenden Farben gezeichnet, sozusagen Techno-Dub weitergedacht in Richtung Pop. Damit gelingt Metal eine Platte, die so schön und kostbar ist wie Kirschblüten aus Tusche auf Papyrus. Und vermutlich die beste, die Mark Ernestus und Moritz von Oswald selbst nie gemacht haben.