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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Dreamers«

Mighty Oaks

Wer Unvorhersehbarkeit generell für überbewertet hält, kann bei »Dreamers« bedenkenlos zugreifen. Den Sympathiebonus kann den Mighty Oaks aber niemand absprechen.
Geschrieben am
Der Gitarrenpop der Mighty Oaks ist auf ihrer zweiten LP dem Jutebeutel entwachsen, nachdem die Berliner 2014 noch als kernige Folk-Romantiker bekrittelt worden waren. Karohemd, Mandoline, Harmoniegesang und dazu eine mitreißende Live-Performance passten damals aber auch ins Bild. Das Trio hatte sich mit seinem Debütalbum »Howl« den Mumford&Sons-Gedächtnisorden verdient, was für sie rückblickend wohl eher Fluch als Segen bedeutete. Die nun auf »Dreamers« angedachte Aufbruchsstimmung hält sich aber erwartungsgemäß in Grenzen. Sicher finden sich psychedelische Americana-Anklänge in »Call Me A Friend« und vor allem »Dust«. Ihr penetrantes Lagerfeuer-Flair pimpt die Band grundsätzlich in Richtung eines raumgreifenden Westcoast-Pop auf, und eine soulige Piano-Pop-Nummer wie »All I Need« kriegt man nicht mehr so leicht aus dem Schädel. Trotzdem folgen Stücke wie »Be With You Always« in Rhythmik und Songstruktur dem Erfolgsrezept des Überhits »Brother«. Diese verdammte Catchiness zeigt unter den Checkern erste Abnutzungserscheinungen, die breite Masse nickt das aber genauso ab wie die letzte Matthias-Schweighöfer-Platte. »Dreamers« ist deshalb das Konsensalbum, das demnächst nicht nur in Studi-WGs in Dauerrotation läuft. Aber mal ehrlich: Es gibt beschissenere Ohrwürmer.

Mighty Oaks

Dreamers

Release: 24.03.2017

℗ 2017 Mighty Oaks, under exclusive license to Vertigo/Capitol, a division of Universal Music GmbH