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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Love And Hate«

Michael Kiwanuka

Brian »Danger Mouse« Burton hat Michael Kiwanuka einen behutsam elektrifizierten Retro-Soul auf den Leib produziert: ein satter Sound mit großem Gefühlskino.
Geschrieben am
»Home Again«, das Debüt des Karohemdenträgers Michael Kiwanuka, war akustisch, stylish und wirkte wie Greenwich-Village-Soul anno 2012. Es brachte ihn auf die Nominierungsliste für den Mercury Prize, in einen »Titel-Thesen-Temperamente«-Beitrag und auf Tour mit Adele. Aber es konnte eben auch wunderbar als Hintergrundmusik für eine Dinner-Party dienen, um dabei über Immobilienpreise zu räsonieren, wie der Evening Standard so schön ätzend schrieb. Das ist mit dem Nachfolgewerk definitiv vorbei. Nachdem sich Kiwanuka mit neuen Songs zunächst furchtbar schwer getan und auf dem Tiefpunkt die Sessions zu Kanye Wests »Yeezus«-Album, zu denen er eingeladen war, ohne einen Beitrag wieder verlassen hatte, wollte er eigentlich hinschmeißen. Es waren die Produzenten Inflo und Brian Burton, die ihn wieder ins Studio brachten und sein Selbstbewusstsein aufpäppelten. Vor allem Letzterer hat auf »Love And Hate« deutliche Spuren hinterlassen. Angesichts dessen ist wenig verwunderlich, dass man Gnarls Barkley, aber auch Gorillaz und Black Keys auf »Love And Hate« heraushört. Vor allem aber hat er dem Richie-Havens-Look- und Soundalike Kiwanuka einen ganz neuen, großen und tiefdunklen Sound verpasst, der diesen irgendwo zwischen Marvin Gaye, Terry Callier und Aloe Blacc verortet. Mit ausreichend Streichern und E-Gitarren, wie sie Prince zu seligen »Purple Rain«-Zeiten jammern ließ. Dieses Album ist Deep Soul in einem wörtlichen Sinne: große Emotionen, ozeantiefe Sounds und Songs, die gelebt werden. Das lässt sich nun nicht mehr überhören.

Michael Kiwanuka

Love & Hate

Release: 15.07.2016

℗ 2016 Polydor Ltd. (UK)

Michael Kiwanuka »Love And Hate« (Polydor / Universal / VÖ 15.07.16)