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Konzertbericht zur Show in Köln

Metz live – Brachiale Urgewalt

Metz-Konzerte sind nichts für zart besaitete Gehörgänge. Ohrenschützer oder ein ausgeprägtes Durchhaltevermögen sind zu empfehlen. Dann kann man sich aber in der brachialen Geräuschkulisse der kanadischen Punk-Rocker wunderbar verlieren. (Foto: Ebru Yildiz)

Geschrieben am

26.04.2018, Köln, Gebäude 9

Man ist fast froh als es vorbei ist. Nicht weil ein Metz-Konzert keine Augen- und Ohrenweide wäre, sondern weil man sich zwischendurch berechtigterweise Sorgen um seine Gehörorgane macht. Denn das Konzert der kanadischen Punk-Rocker im Gebäude 9 ist vor allem eins: laut. Das kann legitimerweise einzelne – gehörtechnisch zart besaitete – Besucher abschrecken, ist jedoch nur konsequent. Ein Metz-Konzert mit verringerter Lautstärke wäre wie ein Tarantino-Film mit FSK 6: blutleer.

Bei dem kanadischen Trio ist nämlich alles auf klangliche Dampfwalze ausgelegt. Bassist Chris Slorach bearbeitet seinen Bass in dem Maße, dass es sich anfühlt, als ob eine gut befeuerte Lokomotive über einen hinwegrollt. Hayden Menzies untermalt das mit energischem, gewitterähnlichem Schlagzeugspiel, während Sänger und Gitarrist Alex Edkins zwischen zwei Modi hin- und herwechselt: Einerseits dröhnt aus seinen Verstärkern wie in »Acetate« die obligatorische »Wall of Sound«, andererseits schneidet er mit seiner Klampfe immer wieder in das wohltuende Krachgebräu scharf rein. (»Raw Materials«)

Dass die Blaupause für Metz-Songs meistens dieselbe ist, kann vielleicht auf Albumlänge für Freunde des Wohlklangs entnervend sein. Live wird das jedoch zu einer wunderschönen Noise-Monotonie, in der man sich leicht, schnell und nur schwer wiederbringlich verliert. Dementsprechend braucht die Band auch kein großes Aufsehen um irgendwelche Bühnenansagen oder sonstige performante Kunststückchen zu machen. Ein Metz-Konzert lebt – so simpel das erscheinen mag – von der brachialen Urgewalt, die das Trio fabriziert. Insofern ist man eben auch nur aus medizinischen Gründen froh, dass es nach einer guten Stunde zu Ende geht. Gerne hätte man sich noch weiter im Krach der Kanadier gesuhlt.

METZ

Strange Peace

Release: 22.09.2017

℗ 2017 Sub Pop Records