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Snowflake / Midnight

Mercury Rev

Delayschwangere Synthiepiano-Akkorde eröffnen das siebte Album in 20 Jahren Bandgeschichte. "Born Slippy", denkt man. Und liegt damit gar nicht so falsch.
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Delayschwangere Synthiepiano-Akkorde eröffnen das siebte Album in 20 Jahren Bandgeschichte. "Born Slippy", denkt man. Und liegt damit gar nicht so falsch.

Mit "Snowflake / Midnight" verortet sich das New Yorker Trio - übrig geblieben sind Jonathan Donahue, Grasshopper und Jeff Mercel - in einem grundrenovierten Kontext. Sehr ambient, sehr elektronisch, sehr fransig klingen die neun Songscapes. Über Click'n'Cut-Beats flirren emsig geschichtete Electronica, Chöre und Hallräume. Zehn Jahre nach "Deserter's Songs" erinnern allenfalls Donahues Vocals an die Rockband der ausklingenden 90er-Jahre. "Geheimnisse, Träume, Surreales" besingt er mit heller Stimme. "Ein Jahr haben wir gebastelt, ohne unsere Ideen auch nur ansatzweise in Form zu pressen", erläutert Mercel den mäandernden Produktionsprozess. Grasshopper rührte seine Gitarre nicht an, Zufallsgeneratoren schraubten Filter und zerlegten Tonspuren. Bei all der entstandenen Weirdness, bei all den Klanglandschaften im Stereowunderland bleibt ein seltsam flacher Höreindruck. "Snowflake / Midnight" wirkt wie ein Filmscore. Wie Funktionsmusik, die Bilder unterstützen, verstärken oder konterkarieren soll. Nur: Es gibt keine Bilder. Und das Kopfkino, das Gefühl von "Open Space", trägt diesen riesigen, nie enden wollenden Synthie-Brocken nicht über die komplette Album-Länge. Zur Veröffentlichung verschenkt die Band auf ihrer Homepage mit "Strange Attractor" ein Parallel-Album. Das fügt sich nahtlos ein, nur die Vocals fehlen.