×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

So war's in Köln: Zwei ist nicht schlechter als drei.

Menomena live

Was macht ein Trio, wenn einer aussteigt? Weiter. Und das, wie im Fall von Menomena, ziemlich laut und überzeugend.
Geschrieben am
04.12.2012, Köln, Gebäude 9

Wenn einer seine einstmals heiß geliebte Band verlässt, kann das für die restlichen Mitglieder ein ziemlicher Knick sein. Normalerweise. Denn bei Menomena, bei denen letztes Jahr Brent Knopf ausstieg, scheint das anders zu laufen. Knopf überließ die beiden Langhaarträger Justin Harris und Danny Seim im vergangenen Jahr quasi sich selbst; ihrem musikalischen Schaffen scheint das aber nicht wirklich geschadet zu haben: Mit ihrem neuesten Album »Moms« im Gepäck konnten die beiden – unterstützt durch drei weitere Livemusiker – lautstark überzeugen. Obwohl vorher noch zu dritt, beschränkt sich die Setlist keineswegs nur auf die neueste Veröffentlichung, sondern würdigt auch die beiden Vorgänger zur Genüge, was vor allem dem überaus euphorischen Publikum gefällt.

Menomenas manchmal brettharter, manchmal butterweicher, zwischen Indie-, Experimental-, Psychedelic- und Alternative Rock changierender, ohrenbetäubender und nicht selten an The Flaming Lips erinnernder Sound kann schon bei den Openern »Plumage«und »Capsule« das gut gefüllte Gebäude 9 in ausgelassene (Tanz-)Stimmung versetzen. Prägnant hierbei ist vordergründig das großartige, immer punktgenaue Schlagzeugspiel von Seim, welches von Zeit zu Zeit stark an Math-Rock erinnert und Harris' Baritonsaxophon, das jedesmal spontane Jubelarien im Publikum auslöst, sobald es zum Einsatz kommt. Spätestens bei älteren Songs wie »Taos«ist auch der letzte im Raum von Menomenas Livequalitäten überzeugt. Die Band bedankt sich selbstverständlich immer wieder artig, tritt ansonsten jedoch eher introvertiert auf, was ihrer Klasse aber keinen Abbruch tut. Insgesamt wirken die fünf Musiker auf der Bühne wie eine eingespielte, zusammenhaltende Rasselbande, die einen unglaublichen Spaß dabei hat ein wenig Krach zu machen. Guten, lauten und überzeugenden Krach.