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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die Tipps der Redaktion

Melt! 2014

Man kennt das ja: es ist Melt! und man möchte am liebsten bei jeder Bühne gleichzeitig sein. Tanzen oder Zuhören? Rave oder Konzert? Wir wissen zwar nicht, für was ihr euch entscheidet, aber bei diesen Acts findet ihr die Redaktion in der ersten Reihe. Hier sind unsere Tipps.
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John Grant (Sonntag 18:45 - 19:45 Uhr, Mainstage)

 

 

Ich habe ein Faible für fluchende, leidende, grantelnde, giftspritzende Songwriter. Aber man kann ja nicht immer nur Paul Westerberg hören. Gut, dass es da auch einen John Grant gibt - und noch besser, dass er den Sonntag des Melt! bereichert. Grant ist im Vergleich zu Westerberg eher Samt- denn Sandstimme und verkündet auf seinem letzten Album: „I’m the greatest motherfucker that you’ll ever gonna meet“. Tja, was soll man sagen? Der Mann hat Recht. Wie er sich in „JC Hate Faggots“ über christliche Bigotterie lustig macht, sich in „GMF“ so galant selbst zerfleischt, dass man ihn danach mit große Freude hassen will, wie er in „Ernest Borgnine“ seine HIV-Erkrankung thematisiert – das hat eine Größe und eine hinterlistige, clevere Bösartigkeit die ihresgleichen suchen. (Daniel Koch)

 

 



Alex Banks (Samstag 21:00 - 21:55 Uhr, Desperados Melt! Selektor)

 

 

Das jüngste Signing auf Modeselektors Label Monkeytown Records besticht ähnlich wie seine prominenten Labelpaten und Entdecker mit einem extrem dringlichen, energiegeladenen Hybriden aus britischer Bass-Musik und Techno. Hier treffen sich UK-Hardcore und Laptop-Emo im Glitch-Wolf. Wer auch nur ansatzweise etwas für Acts wie Jon Hopkins oder Moderat übrig hat, der sollte sich diesen Auftritt nicht entgehen lassen. (Philip Fassing)

 

 

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Metronomy (Samstag 00.45 – 02.00 Uhr, Mainstage)

 

 

Mit »Loveletters« ist im März das vierte Album der Engländer erschienen und die luftig produzierten, leicht funky Popsongs haben schon bei schlechtem Wetter Laune gemacht. Umso mehr kann man sich darauf freuen, die Band am Melt – Samstag live unter freiem Himmel zu sehen und zu den schillernden IndiePop-Tracks durch die warme Sommerluft zu schweben. (Frederike Wetzels)

 

 

Future Islands (Sonntag 20:30 – 21:30 Uhr, Intro-Zelt)

 

 

Jahrelang haben sich Baltimores Future Islands ihre Hintern abgetourt – mit zwar stetig, aber dennoch nur langsam steigendem Erfolg. Für den ersten mittleren Karrieresprung reichte aber ein einziges Lied bei einem einzigen Fernsehauftritt: Am Ende der »Late Show« von David Letterman begeisterte Frontmann Sam Herrings zwischen James Belushi und Jack Black changierende Performance von »Seasons (Waiting For You)« ein Millionenpublikum und sorgte für tausendfache virale Multiplikation. Den darauf folgenden Festivalsommer haben die Future Islands bis jetzt schon siegreich bestritten, jetzt wartet mit dem Melt! die nächste Spielwiese zum Austoben. (Christian Steinbrink)  

 

 

Portishead (Sonntag 23:30 – 1.00 Uhr, Mainstage)

 

 

Portishead auf dem Melt!, das dürfte nicht nur ein Vergnügen für die Älteren im Publikum sein. Seit über zwanzig Jahren tragen Geoff Barrow, Beth Gibbons und Co den Namen des kleinen Städtchens bei Bristol um die Welt – und noch immer sind sie ihrer Zeit voraus, schließlich können wir alle eine gewisse Entschleunigung im Sinne der von ihnen vorgelebten TripHop-Lässigkeit vertragen.  1994 verbanden Portishead mit dem Hit »Sour Times« Sinnlichkeit, Experimentierfreude und Coolness, als gehörten sie zu David Lynchs erweiterter Familie. Das Album »Dummy« gefiel den Partypeople und den Stubenhockern. Es klingt heute noch in etwa so, als würde man Bohren und der Club Of Gore auf doppelter Geschwindigkeit laufen lassen. Das sollte euch einen großen Cuddle Pit wert sein, während sich die Scheinwerfer, die die Ferropolis-Bagger bestrahlen, wie von Zauberhand in Kerzenlicht verwandeln werden. (Wolfgang Frömberg)

 

 

Auf der nächsten Seite: weitere Tipps

Lulu James (Freitag 20:30 – 21.15 Uhr, Gemini Stage)

 

 

Lulu James. Der Name klingt für mich immer noch voll nach Hollywood. Oder nach East London. Genau danach hört sich ihre Mischung aus Dance und Soul dann auch an, die mal poppig, mal avantgardistisch ist. Und genau danach sieht Lulu James aus, wenn sie in vorwiegend schwarzer, krachend heißer Exzentrik aus Leder, Spitze oder Federn die Bühne betritt. Die Mittzwanzigerin stammt aber tatsächlich aus der nordenglischen Provinz, ab sofort gilt also: »Cool, klingt voll nach South Shields«. Hollywood und East London sind eh ausgelutscht. (Jenny Weser)

 

 

Jeff Mills (Samstag 2:00 – 5.00 Uhr, Big Wheel Stage)

 

 

Detroit auf 130 BPM, da lohnt sich der Abstecher zum Bagger. Dieser Mann darf sich völlig zu Recht als einer der Erfinder elektronischer Tanzmusik fühlen und ist auch mit 50 noch in Hochform. Mal gucken, wie die Partyjugend auf Großväterchen Techno reagiert. Die Drogen dürften sich seit den späten 80ern ja weiterentwickelt haben. (Bastian Küllenberg)