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So war die Pre-Party am Donnerstag

Melt! 2014

Das Melt! Festival startet traditionell bereits am Donnerstag mit der Pre-Party im Intro-Zelt. Wir haben für euch den Auftakt-Abend zusammengefasst.
Geschrieben am

Den Auftakt macht das aus Brooklyn stammende Garage-Quartett Parquet Courts. Während Sänger Andrew Savage beim Soundcheck Trio’s »Anna« anstimmt, haben sich schon eine Handvoll Menschen die Plätze in der ersten Reihe gesichert. Die New Yorker zeigen von Anfang an, was Garage-Punk im Jahr 2014 bedeutet. Die Gitarren werden regelrecht verprügelt und der mehrstimmige Gesang wird immer mehr zum Geschrei. Ohne Pause spielen Parquet Courts ihr Set herunter. Zwischendurch ein kurzes »Dankeschön«. Bloß nicht den Drive verlieren. Die Zuschauer haben ihr anfängliches Staunen über diesen Krach abgelegt und tanzen zuckend zu den schrillen Klängen der vierköpfigen Band.

Dann: Ein motorisch bouncender Roland-909-Loop schwappt ins Publikum, Tänzer betreten die Bühne und zeichnen, nein, schneiden messerscharfe Vogue-Figuren in die Luft und die Aufmerksamkeit des Publikums ist sofort angeknipst. Hallo Kiesza! Was auch immer man von der kanadischen Newcomerin halten mag - mehr Referenz-Pyro kann man in einer einzigen Show eigentlich gar nicht abfackeln und das ist vor allem erst mal eines: höchst unterhaltsam. Kostprobe? Wie wäre es mit einer Cover-Version von Leonard Cohens »Hallelujah« über den knochentrockenen Beat von Mobb Deeps »Shook Ones Pt. II«, der nur wenige Takte zu Craig Macks »Flava In Ya Ear« mutiert. Überhaupt grüßen einen an jeder Ecke vertraute Breaks und Loops – oder hat da einfach jemand ganz Discogs inhaliert, nur um es dann in regenbogenen Farben wieder auszuspeien?

 

(Foto: Geert Schäfer)

 

Schon bevor Little Dragon den ersten Ton gespielt haben, liegt jede Menge Aufregung hinter ihnen. Auf dem Weg von Berlin in die Stadt aus Eisen hatten die Schweden einen kleinen Autounfall. Zum Glück nur ein Blechschaden und so lässt sich die Band um die elegant wirkende Sängerin Yukimi Nagano den Schock nicht anmerken. Dennoch, gegen die überfröhliche Hit-Show von Kiesza kurz zuvor, kommt der artifizielle Synthie-Pop nicht an. Midtempo im Märchenwald und nicht wenige warten auf Bonaparte.

 

(Foto: Geert Schäfer)

 

Die liefern dann als finaler Act der Pre-Party erwartungsgemäß solide und bunt kostümiert ab. Die Berliner Combo hat ihre Live-Shows über Jahre verfeinert und auch in diesem Festivalsommer ist die Bonaparte-Maschine bestens geölt. Mit wehenden Fahnen durch die Nacht.

 

(Foto: Geert Schäfer)

 

Alle Berichte, Fotos und Videos vom Melt! 2014 findet ihr auf intro.de/melt