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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mein Song und seine Geschichte

Elbow »One Day Like This«

Die Jungs aus Manchester gingen in den Nullerjahren auf einen Trip aus dem Indierock-Bilderbuch: Vorband für Radiohead, R.E.M. und Coldplay. 2008 nahmen Elbow ihre Hit-Single auf, doch erst die Olympischen Spiele 2012 trugen »One Day Like This« in die Top 5 der Charts. Ein Liebeslied, das auch für peinliche Momente sorgte, wie Gitarrist und Sänger Guy Garvey erzählt.
Geschrieben am

»Es ist unserem damaligen neuen Label zu verdanken, dass ›One Day Like This‹ überhaupt geschrieben wurde. Wir hatten gerade bei Fiction Records das fertige Album ›The Seldom Seen Kid‹ präsentiert – noch ohne ›One Day Like This‹. Kurz darauf klingelte das Telefon: Alles sei wunderbar, wir würden bestimmt mehr CDs als je zuvor verkaufen, aber bis zur Deadline wären noch zwei Wochen Zeit, und ob wir nicht doch noch eine potenzielle Radiosingle hätten.

Da wir für die Produktion zweieinhalb Jahre benötigt hatten, klang das schon komisch – aber gut, wir wollten uns nicht stur stellen. Im Studio nahm ich alleine eine Rohversion mit einer Drum Machine auf. Zusammen arbeiteten wir uns dann wie bei einer Pyramide bis zur Spitze hoch. Wenn du dir jetzt die ersten Aufnahmen anhören würdest, müsstest du dich kaputtlachen. Es war vermutlich einfacher, so einen fröhlichen Song zu schreiben, nachdem wir das Album komplett fertig hatten. Der Druck war weg. Und dass ich mich gerade in Emma verliebt hatte, trug einiges zu den positiven Vibes bei.

 

Freunde und Plattenfirma meinten gleich: ›Das ist die Single.‹ Seit ›X Factor‹ ist ja bekanntlich jeder Experte für Musik. Der zweite Kommentar war: ›Das klingt ja wie ›Hey Jude‹ von den Beatles!‹

 

Beim besten Gig unserer Karriere, Glastonbury 2011, spielte der DJ ›Hey Jude‹, kurz bevor wir die Hauptbühne betraten, und 100.000 Leute sangen dazu den Text von ›One Day Like This‹. Als wir den Song dann spielten, standen Jay-Z und Beyoncé am Bühnenrand und sangen lauthals mit. Jeder hatte darauf gewartet. Es war unglaublich.

 

Die Single war kommerziell erst mal ein Flop, aber als ›One Day Like This‹ 2012 bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele in London gespielt wurde, kletterte das Stück in die Top 5 der Charts.

 

Ich verbinde auch einen sehr peinlichen Moment mit dem Song: Ich war mit meiner Freundin in einem Bed & Breakfast in London und hatte einen entsetzlichen Kater. Wir standen am Tresen, auf dem Fernseher in der Lobby lief ein Beitrag über die besten Glöckner Englands. Ein behaarter Kerl läutete in Zeitlupe eine riesige Glocke. Du sahst nur seinen dicken Bauch auf und ab springen und hörtest im Hintergrund ›One Day Like This‹. Mein einziger Gedanke war: Hoffentlich sieht Emma das nicht!«

 

 

 

 

One Day Like This

 

Drinking in the morning sun
Blinking in the morning sun
Shaking off a heavy one
Heavy like a loaded gun

 

What made me behave that way?
Using words I never say
I can only think it must be love
Oh anyway, it’s looking like a beautiful day

 

Someone tell me how I feel
It’s silly wrong, but vivid right
Oh, kiss me like a final meal
Yeah, kiss me like we die tonight

 

‘cause holy cow, I love your eyes
And only now I see the light
Yeah, lying with you half awake
Oh, anyway, it’s looking like a beautiful day

 

When my face is chamois creased
If you think I wink, I did
Laugh politely at repeats
Yeah, kiss me when my lips are thin

 

‘cause holy cow, I love your eyes
And only now I see the light
Yeah, lying with you half awake
Stumbling over what to say
Well, anyway, it’s looking like a beautiful day

 

So throw those curtains wide
One day like this a year would see me right
Throw those curtains wide
One day like this a year would see me right

...

 

»Es ist unserem damaligen neuen Label zu verdanken, dass ›One Day Like This‹ überhaupt geschrieben wurde. Wir hatten gerade bei Fiction Records das fertige Album ›The Seldom Seen Kid‹ präsentiert – noch ohne ›One Day Like This‹. Kurz darauf klingelte das Telefon: Alles sei wunderbar, wir würden bestimmt mehr CDs als je zuvor verkaufen, aber bis zur Deadline wären noch zwei Wochen Zeit, und ob wir nicht doch noch eine potenzielle Radiosingle hätten.

Da wir für die Produktion zweieinhalb Jahre benötigt hatten, klang das schon komisch – aber gut, wir wollten uns nicht stur stellen. Im Studio nahm ich alleine eine Rohversion mit einer Drum Machine auf. Zusammen arbeiteten wir uns dann wie bei einer Pyramide bis zur Spitze hoch. Wenn du dir jetzt die ersten Aufnahmen anhören würdest, müsstest du dich kaputtlachen. Es war vermutlich einfacher, so einen fröhlichen Song zu schreiben, nachdem wir das Album komplett fertig hatten. Der Druck war weg. Und dass ich mich gerade in Emma verliebt hatte, trug einiges zu den positiven Vibes bei.
 

Freunde und Plattenfirma meinten gleich: ›Das ist die Single.‹ Seit ›X Factor‹ ist ja bekanntlich jeder Experte für Musik. Der zweite Kommentar war: ›Das klingt ja wie ›Hey Jude‹ von den Beatles!‹  

Beim besten Gig unserer Karriere, Glastonbury 2011, spielte der DJ ›Hey Jude‹, kurz bevor wir die Hauptbühne betraten, und 100.000 Leute sangen dazu den Text von ›One Day Like This‹. Als wir den Song dann spielten, standen Jay-Z und Beyoncé am Bühnenrand und sangen lauthals mit. Jeder hatte darauf gewartet. Es war unglaublich.  

Die Single war kommerziell erst mal ein Flop, aber als ›One Day Like This‹ 2012 bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele in London gespielt wurde, kletterte das Stück in die Top 5 der Charts.  

Ich verbinde auch einen sehr peinlichen Moment mit dem Song: Ich war mit meiner Freundin in einem Bed & Breakfast in London und hatte einen entsetzlichen Kater. Wir standen am Tresen, auf dem Fernseher in der Lobby lief ein Beitrag über die besten Glöckner Englands. Ein behaarter Kerl läutete in Zeitlupe eine riesige Glocke. Du sahst nur seinen dicken Bauch auf und ab springen und hörtest im Hintergrund ›One Day Like This‹. Mein einziger Gedanke war: Hoffentlich sieht Emma das nicht!«
One Day Like This  

Drinking in the morning sun
Blinking in the morning sun
Shaking off a heavy one
Heavy like a loaded gun
 

What made me behave that way?
Using words I never say
I can only think it must be love
Oh anyway, it’s looking like a beautiful day

Someone tell me how I feel
It’s silly wrong, but vivid right
Oh, kiss me like a final meal
Yeah, kiss me like we die tonight

‘cause holy cow, I love your eyes
And only now I see the light
Yeah, lying with you half awake
Oh, anyway, it’s looking like a beautiful day

When my face is chamois creased
If you think I wink, I did
Laugh politely at repeats
Yeah, kiss me when my lips are thin

‘cause holy cow, I love your eyes
And only now I see the light
Yeah, lying with you half awake
Stumbling over what to say
Well, anyway, it’s looking like a beautiful day

So throw those curtains wide
One day like this a year would see me right
Throw those curtains wide
One day like this a year would see me right