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Auf Dürre folgt Regen

Megaloh im Gespräch

Einem Deutschrap-Fan erklären, wer Megaloh ist? Völlig überflüssig! Seit Jahren zählt der Berliner mit Wurzeln in Nigeria und den Niederlanden zur führenden Rap-Riege des Landes. Sermin Usta traf den Künstler zum Release seines neuen Albums »Regenmacher« in Berlin.
Geschrieben am
»Einzige Mucke, wo man das, was man sagt, auch verkörpern muss«, lautet die Punchline des Stieber-Twins-Samples vom Opener-Song »Dr. Cooper«. Der Track befindet sich auf Megalohs Major-Debüt »Endlich Unendlich« und ist knapp drei Jahre alt. Drei Jahre, in denen man von Megaloh vieles, aber wenig in eigener Sache gehört hat. Stattdessen war man geneigt, den heute 34-Jährigen, dessen bürgerlicher Name Uchenna van Capelleveen lautet, unter »Dauer-Feature« zu verbuchen. Aber wie es die Natur so will, folgt auf jede Dürre umso heftigerer Regen. Zum ersten Mal in seiner Karriere beschäftigt sich der Berliner nun mit seinen afrikanischen Wurzeln. »Heute habe ich das nötige Selbstvertrauen, mich des Themas anzunehmen. Es war immer ein großer Teil von mir, nur wusste ich nicht, wie ich es künstlerisch umsetzen kann.« 

In Zusammenarbeit mit seinen Produzenten Ghanaian Stallion und Farhot entstanden Hymnen sowie kritische und introspektive Stücke fernab von gängigen Weltmusik-Klischees. Eine organische Mischung, die in »Alles anders« mit Max Herre auf Auto-Tune einen künstlerischen wie künstlichen Bruch erfährt und mit einem exklusiven Drum-Loop der nigerianischen Schlagzeug-Legende Tony Allen zum Album für Kenner wird – besser geht es kaum. Im Song »Oyoyo«, der sich auf afrikanischen Rhythmen kontrastreich mit der Diaspora auseinandersetzt, gipfelt die Identitätsfindung des Rappers und seines Produzenten: »In der Phase der Albumproduktion hörten Ghanaian und ich verstärkt Afro-Pop und Highlife aus Westafrika. Wir unterhielten uns über die Bedeutung von Identität und Entwurzelung. Als ich dann den ›Oyoyo‹-Beat das erste Mal hörte, war es, als hätte sich eine Tür geöffnet, die lange Zeit verschlossen war.« 
Geboren in Frankfurt am Main, verbrachte Megaloh seine Jugend in Berlin-Moabit. Hier machte er seine ersten Schreiberfahrungen, zunächst auf Englisch, wenig später auf Deutsch. 2005 gründete er das Indie-Label Level Eight. Nach etlichen Kollabos mit Deutschlands Rap-Elite folgte 2010 die letzte in Eigenregie veröffentlichte EP »Monster«, mit der der MC seine bis dahin wenig rentable Laufbahn ad acta legte. »Es war wie ein Bruch in meiner Karriere, die, wenn man ehrlich ist, bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich stattgefunden hatte. Um weiterzumachen, brauchte ich eine neue Berechtigung.« Diese begegnete ihm in Form eines schicksalhaften Treffens mit Produzent und Labelchef Max Herre: Das Zusammentreffen bei einem Elternabend sicherte Megaloh am Ende das Signing bei Herres Label Nesola. Ein Fakt, den der Durchhaltewillige noch heute als seine zweite Chance bezeichnet.  Seine Erwartungen zügelt er dennoch: »Ich bin ein großer Zweifler. Auch bei ›Regenmacher‹ sind meine größten Bedenken materielle. Man darf nicht vergessen, dass es mit der Musik ist wie in der Wirtschaft: Wenn ein Unternehmen kein Wachstum verzeichnet, dann wird es schnell als Niederlage gewertet.«

Megaloh

Regenmacher

Release: 26.02.2016

℗ 2016 NESOLA GmbH, under exclusive license to Vertigo/Capitol, a division of Universal Music GmbH

– Megaloh »Regenmacher« (Nesola / Universal / VÖ 04.03.16) Intro empfiehlt die Tour vom 02. bis 06.03.