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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Subliminal Sandwich

Meat Beat Manifesto

Da wären wir wieder einmal bei einem Lieblingsthema aus dem Katalog der Verschwörungstheorien angehender Tech-Mystiker: der menschliche Herzschlag, ein dumpfes Pochen aus dem schmalen Grenzbereich der Wahrnehmung und dem Unterbewußten. Auch hier wummert, klopft und pfeift es ohne Unterbrechung, schl
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Autor: intro.de

Da wären wir wieder einmal bei einem Lieblingsthema aus dem Katalog der Verschwörungstheorien angehender Tech-Mystiker: der menschliche Herzschlag, ein dumpfes Pochen aus dem schmalen Grenzbereich der Wahrnehmung und dem Unterbewußten. Auch hier wummert, klopft und pfeift es ohne Unterbrechung, schleichen sich seltsame Dinge in die Ohren, mischen sich Wortfetzen und Stimmen zu einem unablässigen Flüstern, verdichten sich in einem eindringlichen Gemurmel. Das ist das Babylon der Netzkultur, die Stimme hinter den Stimmen, die codierten Botschaften in den Texten. Drahtzieher hinter diesem in der Doppel-CD-Version über zweistündigen Mammutwerk ist Jack Dangers alias MEAT BEAT MANIFESTO, der unter diesem Namen bereits vor vier Jahren mit seinem Album 'Satyricon' in Erscheinung trat. Seither machte sich der inzwischen in San Francisco lebende Klangkonstrukteur besonders als Remixer von Größen wie den NINE INCH NAILS, DAVID BOWIE oder DAVID BYRNE einen Namen. Wie schon auf dem Vorgängeralbum ist Jack Dangers Umgang mit Technologie alles andere als steril oder streng minimalistisch. Hier gibt es eine Vielzahl organischer Sounds, überall blubbert und groovt es, seltsame Klangverschiebungen werden von satten Drum'n'Bass-Loops unterlegt. Darüber hinaus wird aber nicht nur inhaltlich (mit der Betonung auf dem Begriffspaar 'mind' und 'consciousness'), sondern auch in der Auswahl des Klangmaterials eine Industrial-Tradition weiterverfolgt, die in der modernen Technologie wenn nicht etwas Bedrohliches, dann doch zumindest Reste von Geheimnis, Ritus oder Magie zu erkennen glaubt. In diesem Sinne kann man es sich in den Tracks auf 'Subliminal Sandwich' nie so richtig gemütlich machen, denn irgendwo im Klangdickicht lauert schon die nächste fiese Frequenz, die nächste Stimme, die dem Ganzen eine verstörende Note verleiht. Also nix Sofa-Ambient, nix Chill-out. Diese Form von Trance hat eher was zu tun mit Voodoo/Feuer/Lava (kriechend, unaufhaltsam, erdverbunden). Denn da ist immer diese Stimme im Kopf, die Dir sagt: 'Fall into awake sleep, record nothing, perceive all.'