×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

So war's in Köln: Mit Synths, Charme und Melone

Maximo Park live

Die fünf Herren von Maximo Park bringen »Too Much Information« nach Köln – und bestätigen wieder einmal ihren Ruf als begnadete Liveband.
Geschrieben am

19.02.2014, Köln, Live Music Hall


Die ersten Synthieklänge hallen durch die hohen Decken der Live Music Hall. »Give, Get, Take«, der Opener des Abends, lässt erahnen: Die Besucher erwartet ein Maximo Park-Konzert mit mehr Keyboard und Synthesizern denn je. Die Setlist mäandert zwischen Indie Rock und New Wave, zwischen »A Certain Trigger« und »Too Much Information«, der neuen Platte der Briten. Beispielhaft für die Hinwendung zum Elektronischen steht die Single »Brain Cells«: Über treibende Beats legt sich Paul Smiths modifizierte Stimme - ein Song, der völlig abseits steht zum bisherigen Werk der Band.

Das Publikum quittiert die Exkursionen zum Experimentellen mit einem warmen Applaus – wahre Begeisterung zeigt es aber erst bei den alten Hits. Bei »Graffiti« wird der Refrain mit gejohlt, bei »Books From Boxes« die Smartphones zum Videodreh gezückt. Frontmann Paul Smith, wie immer in Hut und Anzug gekleidet, liefert dafür genügend Material. Er rennt, packt das Megaphon aus, springt, verteilt »High Fives«, klettert auf die Bassdrum und reißt seine Beine in die Luft. Eben so, wie man ihn kennt und liebt. Die Songtexte verbildlicht er in einer Art Ausdruckstanz, irgendwo zwischen den Backstreet Boys und »Saturday Night Fever«, ein Entertainer par excellence. Die Songs gehen nahtlos ineinander über, Outro wird zu Intro, höchstens kurz unterbrochen von den kurzen, erschöpft schnaufenden Ansagen Smiths, der danach weiter hüpft, rennt und vor allem weiter singt, ohne ein Zeichen von Anstrengung in der Stimme.


Der Abend endet irgendwo zwischen den Indiedisco-Hits der 00er-Jahre und den Experimenten von »Too Much Information« und entlässt die Besucher mit »Going Missing« in die Nacht. Übrig bleibt eine Erkenntnis: Trotz jeglicher musikalischer Richtungswechsel gibt es Dinge, die bleiben. Die Luftsprünge Paul Smiths, sein Anzug, sein Hut und die Tatsache, dass Maximo Park einfach eine verdammt gute Liveband sind.