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So war's in Köln: Love, Love, Love

Maximilian Hecker und Felix Räuber live

Lesung, Loriot und viel Liebe – ein Abend mit Maximilian Hecker kann das alles und ist noch viel mehr als »nur« Musik.
Geschrieben am
31.01.2013, Köln, Underground

Dass das Konzert von Maximilian Hecker und Felix Räuber ganz im Zeichen von Harmonie und Ruhe steht, merken die Besucher an diesem Abend sofort: Sie werden mit dankbar angenommener Bestuhlung, zwei gut gelaunten jungen Musikern und einer Menge romantischer Kerzen empfangen. Draußen stürmt und windet es, während im Kölner Underground die Lichter gedämmt werden und es für die nächsten zwei Stunden ganz still wird. In seriösem schwarz gekleidet begeben sich Maximilian Hecker und Felix Räuber auf die jetzt fast nur noch von Kerzen erleuchtete Bühne.

Hecker, Solokünstler seit mehr als zehn Jahren, tourt seit kurzem als Duo mit Polarkreis 18-Sänger Felix Räuber durch Europa und präsentiert sein im letzten Sommer erschienenes Album »Mirage Of Bliss«. Die beiden lernten sich vor vielen Jahren kennen und erweisen sich auf der Bühne als eingespieltes Team, humorvolle Partner und sich liebende Freunde. »Er hat sich in meine Musik verliebt und ich mich in seinen Körper« scherzt Maximilian Hecker, der trotz musikalischer Unterstützung der zentrale Act des Abends bleibt. Ob zweistimmig, allein oder in den erstaunlichen Höhen seiner Falsettstimme – gesanglich überzeugen beide in allen Oktaven. Räubers Stimme erinnert teilweise an Antony Hegarty von Antony & The Johnsons, auch wenn dieser ihm an Intensität und Gefühl mit Sicherheit noch etwas voraus ist. Hin und wieder wirken seine begleitenden Höhen dann doch ein wenig einfallslos.



Langweilig wird es dennoch nicht – denn die beiden zeigen sich bei der Unterhaltung ihres Publikums sehr einfallsreich. Sie variieren ihr Set durch einen Sketch von Loriot, die Imitation des Lachens von Beavis und Butt-Head oder eine Lesung aus Maximilian Heckers Buch »The Rise And Fall Of Maximilian Hecker«. Die beiden ziehen alles in Erwägung und das meiste auch durch, und so bekommt das Kölner Publikum unverhofft eine Leseprobe des ersten Kapitels der Autobiografie, handelnd von den Leiden und Freuden Maximilian Heckers auf seiner Welttournee, auf die ihn das Goethe Institut 2003/2004 schickte.

Auch wenn die meisten Songs von dem 2012er-Album »Mirage Of Bliss« kommen, fehlen alte Highlights natürlich nicht. Hecker greift sogar auf den Song »Kate Moss« seines zweiten Albums »Rose« von 2003 zurück. Erst am Ende schließt sich der Kreis mit seiner aktuellen Single „The Whereabouts Of Love« wieder im Hier und Jetzt. Zu diesem Zeitpunkt steht der abschließende Eindruck schon: Wer so richtig ausspannen und rundum verwöhnt werden möchte, der kann ein Konzert der beiden Freunde durchaus in Erwägung ziehen.