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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

II. UNGERADE

MAXIMAL ECLECTRIC

"Cheap", das Wiener Sleaze-Label mit der Extrakante Seltsamkeit, frostet uns heuer mit der "Cheap Allstars Supertwelve" per menschenleere Flächensoundscapes von DJ Elin, Potuznik und Sluta Leta sowie Holper-Stolper-Electro von B.Low auf Ausgangstemperatur. Etwas wärmer dann "Playhouse" Nummero 26 mi
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Autor: intro.de

"Cheap", das Wiener Sleaze-Label mit der Extrakante Seltsamkeit, frostet uns heuer mit der "Cheap Allstars Supertwelve" per menschenleere Flächensoundscapes von DJ Elin, Potuznik und Sluta Leta sowie Holper-Stolper-Electro von B.Low auf Ausgangstemperatur. Etwas wärmer dann "Playhouse" Nummero 26 mit Remixen des Hits von Carl A. Finlows Retroprojekt - inna Heaven 17-Style - Random Factor: "Broken Mirror". Labelmacher Acid Jesus überzeugen mit kühlem Electro und schmerzen mit dem "Italo Mix". Hartes Brot für Menschen mit der Gnade der späten Hörsozialisation. Richtiggehend flauschig wird es dann bei "The Tempest" des Schweizer Drum'n'Bass-Vorreiters Minus 8 (Sony): der Hidden-Agenda-Mix überrundet John B., allerdings ohne in die "Dispatches"-Klasse vorzustoßen. Der Bielefelder Daniel Myer sportet auf der "Groove Attack"-Laufnummer 045 wieder jenen hochkomplexen Style, der ihn momentan zu einem der drei aufregendsten D'n'B-Producer hierzulande macht - bislang komplett empfehlenswert, der Mann. "Leavin' Space / Brown Sugar" kommen sogar mit Vocals, und die B-Seite ist ja fast schon ein hiphoppender SlowJam. Im Nachbarland zur Linken gehen die "Future Talk"-Macher gleich ganz FreeJazz und droppen das tofte Joakim Lone Octet mit der "Twice Thinking"-Maxi. Inklusive Chateau-Flight-RMX, hochernst und irgendwie auch frisch. Nicht ganz so toll dann die Mit-Franzosen More mit "Baron Samedi" (Artfact) - im Gedudel aus Bigbeat-Postrock überzeugt einzig die DJ-Cam-Überarbeitung, weil mit standesgemäßen HipHop-Beats versehen. Wieder hinreißend dagegen Monsieur I:Cube a.k.a. Nicolas Chaix aus Paris mit "Tropiq" auf dem "Future Talk"-Mutterlabel "Versatile": der Titeltrack sowie "Le Dub" und "Caca Carnival" sprechen für sich, "Adore" spricht dagegen funky Downbeats. Herzerwärmend. Die Schweizer (wir bleiben in der Gegend) Amaka bringen uns aber sofort wieder runter mit "Moonlight" (Straight Ahead) - flache Beats und teesockigen Gesang verbessert auch kein Urban-Species-Remix. Finger weg. Richtig schmusig-kuschelig machen's uns dann mal wieder die unterbewerteten Thievery Corporation aus Washington mit "DC 3000" (18th Street Lounge) - ihr Album war jedenfalls eine DER Downbeat-Platten überhaupt -, diese zwei dubby Untenschlag-Reggae-Tracks kommen im liebhabenswerten 10-Inch-Format und mit schickem Artwork. Das Idyll zerbolzen die Freestylers mit neuen "B-Boy Stance"-Remixen (Freskanova). Ich fand das Original schon geil prollig, hier macht Jay Rock Krach zum Ragga-Toasting, und "Urban Takeover"-Spezi Mulder schlägt alles mit einer erfrischenden Ragga-JumpUp-Granate. Nur Grooverider bleibt erschreckend schwach mit Beats von der Stange und lustlosen Vocal-Bearbeitungen. Da brauchte jemand Geld. Und zum Abschluß dann die Berliner Harleckinz mit bösen Raps zu finsteren Keyboardflächen und Ex-Readykill Sleepwalker an den Reglern: "What Time Is It?" (Superior) - return of the Doom Rap, kann man sagen.