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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»The Calm Before«

Matt Elliott

Entschleunigung durch elegische Folkballaden, die nur Stimme und Gitarre benötigen. Matt Elliott schreibt komplexe, raumgreifende Kompositionen, die durch eine unbekannte Kraft bis hin zu einem Crescendo angetrieben werden.
Geschrieben am
Das siebte Album des aus Bristol stammenden Matt Elliott knüpft unter anderem an zahlreiche zeitgenössische Songwriter aus Kanada an. Sanfte Streicher, zurückhaltende Percussions, doch im Prinzip geht es um seine dunkle Stimme und seine Gitarre. Trotz dieser einfachen Mittel ist Elliott ein Meister der Vielschichtigkeit: Immer, wenn die Kompositionen orchestral werden, das Pathos greifbar, bricht er mit konventionellen Strukturen. »The Calm Before« funktioniert extrem entschleunigend, als Rückzugsort. Arrangements von fast 15 Minuten muss man sich erst mal trauen. Solch ein Spannungsbogen will erst mal gehalten werden, das nötigt Respekt ab. 
Ein sich ankündigender Sturm ist stets zu hören und schafft eine gewisse Wohnzimmerlichkeit, der man sich schwer entziehen kann. Auch wenn der Sturm immer wieder vorbeizuziehen scheint. Es kommt nie zum Äußersten, die Bedrohung bleibt aber, manchmal wirkt das leider etwas kitschig. Aber ein bisschen Kitsch ist okay: Wer hat so was nicht im eigenen Wohnzimmer? Genau da hört man diese Platte am besten, oder im Badezimmer, auf dem Fußboden liegend. Eine Zigarette rauchend, die Zeit vergessend, die Welt vergessend. Sich wie ein Brausetablette auflösend in Matt Elliotts unwahrscheinlichem Kosmos.

Matt Elliott

The Calm Before

Release: 05.02.2016

℗ 2015 Ici, d'ailleurs...

Matt Elliott »The Calm Before« Ici D’Ailleurs / Cargo / VÖ 08.04.16