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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Hidros 3

Mats Gustaffson / Sonic Youth & Friends

Da sind sie wieder. Die Guten. Die Unermüdlichen. Mit einer schrägen Platte, die so kaputt klingt, als wollten sich Sonic Youth mal wieder für ihre »offiziellen« Tonträger auf Geffen entschuldigen. Saxophonist Mats Gustaffson hat das Stück für fünf Gitarristen komponiert, die ihre Partitur in sepa
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Da sind sie wieder. Die Guten. Die Unermüdlichen. Mit einer schrägen Platte, die so kaputt klingt, als wollten sich Sonic Youth mal wieder für ihre »offiziellen« Tonträger auf Geffen entschuldigen. Saxophonist Mats Gustaffson hat das Stück für fünf Gitarristen komponiert, die ihre Partitur in separaten Räumen mit der Stoppuhr einspielten. All das lief bei Jim O’Rourke am Mischpult zusammen. Eine dritte Gruppe wiederum, Kim Gordon, Lindha Kallerdahl und Gustaffsons interagierten ebenfalls getrennt voneinander als Solisten. Das Ergebnis mag sich zwar nach Free Jazz anhören, unterlag jedoch einer Aufnahmesituation, die nichts mit kollektiver Improvisation gemeinsam hatte. Mit Ausnahme von Jim O’Rourke arbeiteten die Musiker isoliert voneinander. Trotz vorgegebenem Zeitrahmen spielte also der Zufall eine große Rolle. Das Ergebnis ist über weite Strecken entsprechend noisy, wirkt unstrukturiert, ja zerfahren. Dies sollte jedoch nicht als Kritik verstanden werden, sondern eher als Warnung: ›Hidros 3‹ ist ein konzeptuelles Album im Spannungsfeld von Neuer Musik und Performance Art, das keinerlei Pop-Bedürfnisse mehr befriedigt. Zu kritisieren wäre einzig, dass der Reiz der Live-Aufführung von 2000 auf Tonträger nicht übertragbar ist. Das Publikum konnte sich damals frei in allen Räumen bewegen, auf CD dagegen bleibt von der Idee, eine Spannung zwischen isoliertem und zusammenlaufendem Sound zu erzeugen, nicht mehr viel übrig.