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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Philip Fassing

Maschinenraum #256

Das Sommerloch ist überstanden, diese Ausgabe der Kolumne könnte gut doppelt so lang sein. Grund genug, einen Blick auf die besten Neuheiten aus dem Techno- und House-Fach zu werfen. 
Geschrieben am
Matt Cutler alias Lone hat in den vergangenen Jahren sowohl in der Rolle des Produzenten und Live-Acts als auch mit seinem eigenen Label Magicwire spannende Impulse setzen können und mit nostalgischen wie facettenreichen Alben und EPs einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Sein Beitrag zur »DJ-Kicks«-Reihe (!K7) spiegelt erkenntnisreich Cutlers eigene Sozialisierung und damit quasi den Weg zu dem unverkennbaren Trademark-Sound des Engländers wider. House, Ambient, HipHop und sogar Radiohead finden einen Platz in diesem stilistisch eklektischen, atmosphärisch aber völlig homogenen und hörenswerten Mix. 

Lone

DJ-Kicks

Release: 29.09.2017

℗ 2017 !K7 Records

So sehr Inga Copeland und Dean Blunt auch dafür bekannt sein mögen, Anhängerschaft und Fachpresse zu trollen – mit einem weiteren Album von Hype Williams hätte man nach dem angeblich ohne jegliche Mitwirkung der beiden entstandenen Werk aus dem vergangenen Jahr nicht unbedingt gerechnet. Nun ist es aber da, heißt »Rainbow Edition« (Big Dada) und weiß nicht so recht, wohin mit sich. Irgendwo zwischen augenzwinkernden Klingelton-Presets und ewiger Vaporwave-Romantik will es sich gemütlich machen, ohne sich so richtig auf eines von beiden festnageln zu lassen. 

Hype Williams

Rainbow Edition

Release: 25.08.2017

℗ 2017 Big Dada

Neben der »DJ-Kicks«-Reihe bekommt mit der von Midland bestrittenen »Fabriclive 94« (Fabric) eine weitere altgediente Mix-Serie hochkarätig besetzten Zuwachs. Der charmante Londoner erfährt nicht ohne Grund enormen Zulauf und spielt sich auf gewohnt hohem Niveau durch diesen eher technoid gehaltenen Mix. Über manche Strecke fällt das leider fast schon ein wenig zu routiniert aus und kühlt dementsprechend hin und wieder auch merklich ab. Ein paar mehr Ecken und Kanten hätten der zweifellos stilsicheren Auswahl gut gestanden. 

Midland

FABRICLIVE 94: Midland

Release: 22.09.2017

℗ 2017 fabric

Juju & Jordash haben sich noch nie dafür interessiert, den bequemen Weg zu nehmen und ihre Arbeit mit Formeln und Schablonen zu vereinfachen. Sei es der undogmatische Umgang mit den zahlreichen Referenzen, der kompromisslos hohe Stellenwert der Improvisation oder auch diese organische Art und Weise, mit der die beiden analoge und digitale Klänge miteinander vereinen – alles Qualitäten, die man sich erst mal erarbeiten muss und mit denen auch »Sis-boom-bah« (Dekmantel) glänzen kann.
Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit Submerse der gleichen Disziplin stetig neue Facetten abgewinnen kann. Bei seinem Genre handelt es sich in diesem Fall um instrumentale HipHop-Skizzen mit einer ausgeprägten Vorliebe für elektronische Musik. »Are You Anywhere?« (Project Mooncircle) steht in der Tradition eines wahnsinnigen Outputs, klingt mit seinen beseelten und detailverliebten Slow-Jams aber immer noch genauso frisch wie bei der ersten Veröffentlichung. Und solange das aufgeht, wird der in Tokio lebende Engländer hoffentlich auch nicht damit aufhören.

Submerse

Are You Anywhere

Release: 06.10.2017

℗ 2017 Project Mooncircle

Wer sich irgendwann mal gefragt haben sollte, welchen Eindruck die großen Melancholiker des Clubs auf nachkommende Generationen von Produzenten hinterlassen haben, dem könnte man gut Aparde vorspielen. Das soll keinesfalls als vorgeworfenes Epigonentum missverstanden werden, im Gegenteil, schließlich gelingt es dem Berliner mit »Glass« (Ki Records) eindrucksvoll, die einst gesetzten Impulse von Acts wie Moderat oder Pantha Du Prince mit einer ganz eigenen Handschrift zu buchstabieren, die gleichermaßen vertraut und unbekannt anmutet. 

Aparde

Glass

Release: 13.10.2017

℗ 2017 Ki Records

Glaubt man dem Pressetext zur jüngsten Veröffentlichung von Maurits Verwoerd alias Nachtbraker, dann ist die EP »Misses Madame Mademoiselle« (Heist) einem irren Zufall geschuldet, der sich so vermutlich nur in Amsterdam ereignen kann. Sagen wir es so: Das stimmige Gastspiel von Lokal-Legende San Proper soll so nicht geplant gewesen sein. Ein Segen, dass es dank einer offenen Studiotür und eines eingeschalteten Mikrofons dennoch dazu gekommen ist und dieser kongeniale Disco-Nonsens nun ein Publikum finden kann.

Heist Recordings (Alive)

Misses Madame Mademoiselle Ep [Vinyl Maxi-Single]

Mit »Total 17« (Kompakt) schreitet derweil die altgediente Compilation-Reihe aus Köln gen Volljährigkeit und weiß mit der bewährten Mischung aus exklusiven Neuheiten und Rückschau zu überzeugen. Es war ein starkes Jahr für das Label, in dem Veteranen wie Laurent Garnier und Sasha genauso abgeliefert haben wie die Neuzugänge, namentlich etwa Locked Groove oder Demian. Dazu dann noch unveröffentlichte Tracks von Jürgen Paape, Superpitcher und vielen anderen – was will man mehr?

Various Artists

Kompakt: Total 17

Release: 21.07.2017

℗ 2017 Kompakt

Rob McAndrews alias Airhead ist jemand, den man nach dem Ende der Post-Dubstep-Ära schnell aus den Augen verlieren konnte. Während alten Weggefährten wie James Blake mit wachsender Zugänglichkeit der Sprung in die Headliner-Slots gelang, wo McAndrews fortan als Live-Gitarrist mitwirkte, wurden die Veröffentlichungen des Engländers zunehmend karger und verschrobener. Eine Entwicklung, die bis zu einem gewissen Punkt spannend war, sich mit »Shaded / Antipolo« (Hemlock) aber ein Stück weit auserzählt anfühlt.

Hemlock Recordings

Antipolo