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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Roswell«

Marteria

»Roswell« ist ein teils amüsantes, teils irritierendes Album, auf das sich von der Szene bis zum Mainstream wieder alle einigen können werden. 
Geschrieben am
Das Prinzip mag abgedroschen sein, aber es erzeugt immer noch die besten Stücke: die Arbeit mit Kontrast und Widerspruch. In »El Presidente« zum Beispiel, dem vierten Stück seines neuen Albums, versammelt Marteria solche Verse rund um das Thema bigotter, heuchlerischer Menschen: »Deutscher Bahnchef ist pünktlich beim Privatjet.« Oder: »Hebamme mit Kinderhass, Öko mit Monstertrucks.« Dazu ein charmant ironischer Refrain und Anleihen an Bollywood-Rhythmen. Passt. Der scheppernde Oldschool-Beat und der schlichte Vortrag von »Cadillac« sorgen dafür, dass dem Hörer gleichzeitig galaxienweite Gegensätze wie »Friedhof der Nuscheltiere« von Fettes Brot und der Einstiegstrack des indizierten 2014er-Bushido-Albums »Sonny Black« in den Sinn kommen. Den Klängen, die Beatzarre und Djorkaeff für Deutschlands Obergangster bastelten, scheint Marterias Produktionsteam The Krauts allerdings ohnehin heimlich zu lauschen. Ratlos lässt seine Hörer auf »Roswell« eigentlich nur der Track »Links« zurück. Auf diesem Manifest erlaubt Marteria seinem Publikum sämtliche Lebensentwürfe, solange sie sich zu einem verpflichten: »Hauptsache links.« Nicht mal bürgerlich ist erlaubt. Oder liberal. Die Haltung verkniffener, bevormundender AStA-Sozialisten. Oder Satire, hoffentlich.

Marteria

Roswell

Release: 26.05.2017

℗ 2017 Green Berlin under exclusive license to Four Music Productions GmbH