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»Make Way For Love«

Marlon Williams

Der Folk-Barde aus Neuseeland geht mit seinem zweiten Album aufs Ganze und croont sich in bester Elvis-Manier durch zahlreiche Schmachtfetzen. 
Geschrieben am
Eines steht fest: Authentizitätsdebatten wird es über diese Platte nicht geben. Das hier Gebotene ist in seiner Gesamtästhetik und in seinem Kunstanspruch knietief in die späten 1950er eingebettet, eine klassische Herzschmerzplatte, die ihren Inszenierungsansatz zu keiner Zeit verleugnet. »Make Way For Love« schmeckt nach spät in der Nacht bestelltem Whiskey, riecht nach Haarspray und lässt jene Zeiten wieder aufleben, in denen Frank Sinatra in frühen Morgenstunden einsame Liebeslieder einsang und Elvis langsam erkannte, dass nach dem erfüllten Kulturauftrag als Erfinder des Rock’n’Roll die ewige Ballade folgen kann. Williams zeichnet die Musik dieser Zeit sehr beflissen nach und hat ein paar schöne Stücke geschrieben.

Lieder wie »Come To Me« oder »Beautiful Dress« besitzen etwas ungemein Flehendes, der Sänger ordnet sich der Angebeteten unter und kann nichts machen, als sich in Geduld zu üben. Die Arrangements sind mitunter großartig, immer wieder erweitern Streicher das Klangdesign, reichlich Hall unterstützt die nostalgische Grundstimmung. Die Rolle des Kulturboten ist Marlon Williams nicht vorzuwerfen. Dass er nach dem vielversprechenden Debüt jedoch nichts weiter als seichte Liebeslieder anzubieten hat, darf man kritisieren. Dennoch eine Platte, die in der richtigen Stimmung einen Reiz besitzt.

Marlon Williams

Make Way for Love

Release: 16.02.2018

℗ 2018 Dead Oceans

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