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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Gargoyle«

Mark Lanegan Band

Eine Grabesstimme, die auf elektronischen Sounds und stoischen Beats trotzig tanzt: Wie der Titel bereits verspricht, beschäftigt sich Mark Lanegan auf »Gargoyle« viel mit dem Thema Nacht.
Geschrieben am
Gargoyles sind magische Wesen, die tagsüber ein Dasein als Steinstatuen fristen, nachts aber lebendig werden: Mark Lanegan scheint sich diesen Chimären verwandt zu fühlen, denn die Songs auf seinem neuen Album sind ebenfalls solche Mischwesen aus taghellen elektronischen Grundlagen für nächtliche Klagelieder, die darüber schweben. Er selbst bezeichnet sein Songwriting als Skulpturenbau, der Bezug zu den Gargoyles ist also durchaus programmatisch zu verstehen. Durch diese musikalische Vorgehensweise ergeben sich eine faszinierende Dynamik und ein mitreißendes Wechselspiel zwischen Finsternis und aufblitzenden Sonnenstrahlen, das man so berührend zuletzt vielleicht nur bei dem späten Johnny Cash hören konnte. Lanegans ruppiger Bariton thront jedoch eher selbstsicher über den funkelnden Songs, die mit düsteren Bässen, rohen Beats und knarzenden Gitarren vorangetrieben werden. So entstand ein beeindruckendes Album, das wie eine melancholische Fahrt durch die Nacht wirkt, bei der man hell erleuchtete Tankstellen links liegen und selbstzufrieden Zigarettenrauch aus dem Fenster wehen lässt.

Mark Lanegan

Gargoyle

Release: 28.04.2017

℗ 2016 Heavenly Recordings under exclusive licence to [PIAS]