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»Mein Leben gehört dir«

Marathonmann

Die Münchener Postcore-Band trägt auf ihrem dritten Album ein paar Mal zu dick auf und klingt oft zu gefällig.
Geschrieben am
Marathonmann bleiben ihrem bisherigen, ebenso simplen wie überzeugenden Konzept treu: eingängige, melodische Riffs mit einer großen Kelle Melancholie, verpackt in eine transparente, schlanke Produktion, dazu das klassische Themenspektrum der Spätadoleszenz – Wut, Verzweiflung, Liebeskummer, Zweifel am Sinn des Lebens und so weiter. Marathonmann verstehen sich zwar immer noch darauf, solche Inhalte in deutsche Texte zu verpacken, ohne dabei gestelzte oder sperrige Wortgebilde zu basteln. Aber so direkt und unprätentiös wie auf den ersten beiden Alben gelingt das nicht mehr. Los geht es gleich beim Intro »Stand der Dinge«, einem dick aufgetragenen Spoken-Word-Stück über Selbstentfremdung und emotionale Abstumpfung. Auch der erste Song mit dem abgegriffenen Titel »Das Leben der Anderen« kommt mit Zeilen wie »lieben, bevor der Hass dein Herz zerfleischt« nicht am Pathos vorbei. Das bleiben nicht die einzigen lyrischen Schwachpunkte des Albums. Musikalisch zeigen sich die Münchener etwas glatter: Der Sound ist nicht mehr so kantig, der Gesang über weite Strecken nicht mehr so schön rau und krakeelig wie bislang. Das macht die LP insgesamt alles andere als schlecht – aber nicht so stark wie ihre Vorgänger.

Marathonmann

Mein Leben gehört Dir

Release: 25.03.2016

℗ 2016 Century Media Records Ltd., under exclusive license from People Like You Records

Marathonmann »Mein Leben gehört dir« (People Like You / Sony / VÖ 25.03.16)