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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Distance Told Me Things To Be Said

Mapstation

Klänge zwischen den Orten - und das in jeglicher Hinsicht: entstanden zwischen Düsseldorf, London und Berlin unter der Schirmherrschaft des Frickel-Notorikers Stefan Schneider (To Rococo Rot, Ex-Kreidler), hört man auf "Distance Told Me Things To Be Said", was die Orte oder der Raum dazwischen zu
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Klänge zwischen den Orten - und das in jeglicher Hinsicht: entstanden zwischen Düsseldorf, London und Berlin unter der Schirmherrschaft des Frickel-Notorikers Stefan Schneider (To Rococo Rot, Ex-Kreidler), hört man auf "Distance Told Me Things To Be Said", was die Orte oder der Raum dazwischen zu sagen haben; z. B. Straßengeräusche aus Stockholm ("Listening To Stockholm") und Mailand oder das Geräusch, das Valencia macht, wenn es ganz still ist ("Valencia Was Asleep"). Es geht um Distanz, Raum, Weite und darum, wie man dieses unterschwellige, immer beiläufig mitschwingende Akustikgefühl von Städten, Orten und Räumen in Musik transformieren kann. Doch mit der klischeehaften Kunstassoziation einer Klangcollage aus kreischenden Straßenbahnen und Menschenmassengebrummel hat das nichts zu tun. Stattdessen werden Geräusche des Alltags durch den Laptopwolf gedreht und zu mehr oder weniger klaren Rhythmusstrukturen zusammengesetzt. Mal dekonstruiert sich ein Track bis zur Grenze der Wahrnehmung eines Beats, dann wieder wumpert es recht monoton und minimalistisch vor sich hin. Über all dem liegt immer auch eine sehr angenehm unspektakuläre Melodik: ein 303-Basslauf, versprengte Pianoakkorde, eine schludrige Posaunenvariation oder eine kindliche Melodika-Melodie, die wie bei Múm oder März immer auch Melancholie mittransportiert. Wenn es hier um Momente der Bewegung in Städten, zwischen Orten und Räumen geht, dann sind es die eher ruhigen, meditativen und irgendwie ätherischen Momente. Musik wird hier positiv gemeint zum Zustand. So ähnlich wie diese diffuse, in die Ferne gerichtete, in sich selbst versunkene, leicht autistisch und dachschadenhaft wirkende Denkform, wenn man mit dem Fahrrad durch die Stadt fährt oder im Bus sitzt und durch eine Scheibe die Welt anglotzt. Rainald Goetz sprach einmal davon. Ja, so ähnlich fühlt sich das an. Ganz schön manchmal, so ein Zustand.