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Man müsste Klavier spielen können

Beatpoeten

Der domestizierte Groovebox-Rave der Beatpoeten ist bestenfalls kompetent. Aber man soll ja auf die Texte achten, da liegen die Skills.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Der domestizierte Groovebox-Rave der Beatpoeten ist bestenfalls kompetent, aber nicht wirklich vorn dabei. Ja, könnte man Klavier spielen ... Doch man soll ja auf die Texte achten, da liegen die Skills, und da wird es zwiespältig. Die Beatpoeten Egge und Costa sind von Haus aus Poetry-Slammer – wird ausgeteilt, klingt es nach Schorsch-Kamerun’scher Schnappatmung, beim Einstecken nach Lesen mit Betonung. Die introspektiven Stücke wie »Waldgeschichten« funktionieren besser, sonst wird aber gern in alle Richtungen geschossen: Szenemenschen, Johannes-B.-Kerner-Fanclubgründer, in den eigenen Fuß.

Sie selbst mögen sich als Scharfschützen sehen, für den Rest der Welt sieht es wie Amok aus. Ein Song wie »70.000 Worte« listet die Allgemeinplätze auf, die Menschen anderen als Einsicht verkaufen (»Harald Schmidt war früher besser«), und ist selbst nichts anderes als ein Klischee, man vergleiche das himmelweit überlegene Deppengespräch-Manifest »0:30 gleiches Ambiente« der Goldenen Zitronen. Oder ist das noch eine Stufe mehr meta gemeint hier? Da kriegt man ja Kopfschmerzen. Die konsequent ironische Haltung geht jedenfalls ganz schön auf den Rücken. Oder auf den Sack.

In drei Worten: Schnappatmung / Amok / Kopfweh