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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

A Brighter Beat

Malcolm Middleton

Sein drittes Album bewegt sich nicht so weit weg von seinen beiden Vorgängern, doch nach dem endgültigen Ende seiner vorigen Band Arab Strap bemüht sich der Schotte Malcolm Middleton unter Mithilfe von befreundeten Musikern von Mogwai, den Delgados oder Belle & Sebastian, sich vom Image des ewig dep
Geschrieben am
Sein drittes Album bewegt sich nicht so weit weg von seinen beiden Vorgängern, doch nach dem endgültigen Ende seiner vorigen Band Arab Strap bemüht sich der Schotte Malcolm Middleton unter Mithilfe von befreundeten Musikern von Mogwai, den Delgados oder Belle & Sebastian, sich vom Image des ewig depressiven Songwriters zu befreien. Zwar wirkt da der Titel des ersten Songs „We’re All Gonna Die“ noch nicht unbedingt als vertrauensbildende Maßnahme, doch schon hier näselt Middleton voll makaberem Witz Zeilen wie „You’re gonna die, you’re gonna die, you’re gonna die alone, all alone ...“ über eine Dancefloor-taugliche Bassline und temporeich ratternde Beats aus dem Drumcomputer. Die erste Hälfte des Albums ist von eher rockigen Stücken dominiert, die Middleton gerne mittels Streichern, Bläsern oder im Duett mit Gastsängerin Jenny Reeve zu richtigen kleinen Hymnen aufbläst. Ein echtes Highlight ist da sicher „Fuck You, I Love You“, ein wunderbar arrangierter, erhebender Popsong, doch mein Lieblingsstück ist ganz klar „Somebody Loves You“, ein schlichter, lediglich mit Akustikgitarre instrumentierter Lovesong, bei dem Middletons Gesang durch die Produktion auf einmal eine überraschende Ähnlichkeit mit Elliott Smith besitzt. Mit Letzterem verbindet Middleton am Ende ja auch nicht nur eine latent düstere Weltsicht, sondern auch eine gute Portion Humor. So kippen die Songs hier selbst in den pathetischsten Momenten nie in Trauer-Kitsch um, sondern entwickeln sich im Laufe der Zeit zu echten Hits.