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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Was ist denn bitteschön ein Minister of Rum?«

Major Lazer im Gespräch

Trinidad-Homeboy Jillionaire ist nicht nur bekannt als ein Drittel von Major Lazer, wo er seit 2011 an der Seite von Walshy Fire und dem nicht ganz unbekannten Diplo regelmäßig die Hütte zum brennen bringt – unter kürzlich bei einem Konzert in Kuba – sondern auch ein Producer und Labelbesitzer, der der Welt den Sound und das Lebensgefühl der Karibik näher bringen will. Sein neuster Streich gemeinsam mit der seiner Major Lazer-Crew: Eine Kollaboration mit Bacardi, mit der die drei den »Sound of Rum« verbreiten wollen. Pour it up! 
Geschrieben am
Du warst mal Barbesitzer auf Trinidad, hast du noch Barkeeper-Skills?
Yeah, auf jeden Fall. Ich vermisse es manchmal hinter einer Bar zu stehen. Ich schaue Barkeepern zu und weiß, was da hinten abgeht. Aber ich war immer besser darin, die Klos zu putzen und den Eiskübel aufzufüllen…  

Und trotzdem hast du den Titel »Minister of Rum« verliehen bekommen. Was bitteschön bedeutet das?

Ich reise herum und gebe Kleinkindern Rum, haha. Nein, nein, es geht darum, Vorurteile auszuräumen. Viel zu viele Leute trinken zu viel billigen und schlechten Rum. Wir wollen das ändern – es gibt so viele unglaubliche Rums, aus der ganzen Welt! Rum gehört einfach zum karibischen Lebensgefühl. Es ist Teil der Kultur und omnipräsent.
Du bist schon sehr lange dabei, hast früher mit Kassetten und Vinyl in Trinidad gearbeitet, jetzt legst du mit Major Lazer auf der Paris Fashion Week auf und bist mit Justin Bieber im Studio – wie passt das alles zusammen?
Nichts davon ergibt Sinn! Ich komme noch aus einer Zeit, da stand der DJ in einer kleinen Box, die kleiner war als ein Klo. Und keiner hat sich um ihn geschert, weil die Leute kamen, um zu tanzen und zu feiern. Gleichzeitig ist es aber spannend, diese Entwicklung mitzuerleben. Früher wollte jedes Kind, das zehn oder elf war, eine Gitarre haben und Rockstar werden. Jetzt kaufen sie Controller, weil sie DJs sein wollen…
 

Major Lazer ist federführend gewesen bei dieser Entwicklung.

Ja, weil wir eine starke Bühnenpräsenz kreieren wollen – was mit unseren Backgrounds zutun hat.  Wir nehmen Elemente aus karibischen Dancehall-Stage Shows und Soca-Parties auf Trinidad in die Dance Music mit. Wir haben Tänzerinnen, Lightshows, einen MC und so weiter. Aber wenn du denkst, unsere Show sei verrückt, musst du nach Trinidad fahren und dir eine Party dort ansehen, mit Tänzerinnen und Choreo und Licht und Feuerwerk… Das sind die Wurzeln unserer Arbeit. Ohne diesen Kontext wäre es einfach langweilig. In unserer Kooperation mit Bacardi geht es auch um diesen globalen Sound, den wir haben. Er hat karibische Einflüsse, Reggae, Dancehall, Soca, aber auch Einflüsse aus dem HipHop und elektronischer Musik. Es geht darum, Rum und Jugendkultur zu verbinden. Wenn du dir anhörst, was gerade im Radio läuft, was Drake macht, was Justin Bieber macht, da sind Einflüsse aus diesen ganzen Musikszenen, die früher eine totale Nische waren, so wie Rum eine totale Nische war.

Ihr habt vor kurzem in Kuba gespielt – wie war das?
Kuba war unglaublich. Das wichtigste für uns war die lebhafte Jugendkultur dort. Auch jetzt noch verbindet man mit Kuba alte amerikanische Autos und Frauen mit Bananen auf dem Kopf. Aber es gibt dort so eine dynamische Popkultur, so viele Leute, die Musik machen, Videos, Fotos. Sie arbeiten mit extrem geringen Mitteln und trotzdem liefern sie auf einem internationalen Niveau ab. Wir sind dort auf einen Rave gegangen, da waren in einem Garten 2000 Kids feiern. Das war das aufregendste in Kuba, die Musik, die pulsierende Szene. Und eine ganze Menge Rum.              

Major Lazer

Know No Better - EP

Release: 01.06.2017

℗ 2017 Mad Decent under exclusive licence to Because Music. LC33186