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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Who’s That Bitch: 10 Dinge, die wir beim Konzert gelernt haben

Madonna live in Köln

Fliegende Wendeltreppen, launige Publikumsspielchen und Nonnen an Polestangen. Zehn Dinge, die wir beim Madonna-Konzert gesehen haben.
Geschrieben am
04.11.15, Köln, Lanxess Arena

1) So einen coolen Support-Act wie die New Yorker Stand-Up-Comedienne Amy Schumer hätte man sich für Madonnas Konzerte in Köln auch gewünscht. Stattdessen muss ein namenloser DJ den undankbaren Job des Einheizers übernehmen (immerhin besser als die deutsche Schumer-Variante Carolin Kebekus?). Die Dreiviertelstunde Verzögerung, mit der Madonna inzwischen regelmäßig auf sich Warten lässt, strapaziert aber selbst die Nerven ihrer geduldigsten Jünger. Erste Unruhe macht sich im Innenraum breit. 

2) Es ist mittlerweile 22:15 Uhr, aber endlich geht’s los! Dass Madonna beim Opener »Iconic« in einem Käfig herabschwebt, weckt ungute Assoziationen an klassische Großraumdiscos. Dazu gesellen sich später tanzende Nonnen an Polestangen. Wer es in 30 Jahren Madonna-Rezeption immer noch nicht mitbekommen hat, bekommt hier die großen Madonna-Themen Sex und Religion nochmal faustdick aufs Butterbrot geschmiert. 
3) Subtilität geht zwar anders, passt andererseits aber auch zum »Game Of Thrones«-Setting, mit dem Madonna das gut zweistündige Bühnenspektakel und die erste Station ihrer Europa-Tournee eröffnet. Das Stage-Design lässt sich - wie in der Größenordnung üblich – nicht lumpen und fährt große Geschütze auf. Alles dabei, von fahrbaren Wendeltreppen bis hin zu freischwingenden Polestangen, an denen sich Tänzer in »Mad Max«-Manier verausgaben. Mittendrin Madonna als sexy Schutzheilige, die sich durch aufwendige Cirque du Soleil-Set-Pieces turnt, die an das letzte Abendmahl oder »Cabaret« erinnern. Natürlich toll, aber teilweise auch ein bisschen arg viel krampfige Leistungsschau.
4) Gut, dass es zwischendurch immer wieder kleine Verschnaufpausen gibt. Zum Beispiel, wenn Madonna mal ohne Tänzer und nur mit Gitarre auf der Bühne einen ihrer ältesten Hits zum Besten gibt. 
5) Dass die Setlist zu Beginn zu wünschen übrig lässt, dürfte niemanden überraschen, der in den letzten Jahren schon mal ein Konzert der Pop-Queen besucht hat. Alte Songs werden ausschließlich in neuen Sound-Gewändern dargeboten oder mit Titeln des aktuellen Albums »Rebel Heart« gemixt, das (leider) den Schwerpunkt der 23 Songs umfassenden Setlist ausmacht. Dafür klingen nach dem von Diplo-Sounds dominierten Einstieg alte Klassiker wie »Burning Up« (in der Rockversion) oder das mit knackigen Samba-Rhythmen unterlegte »Into The Groove« gleich doppelt so gut. 
6) Da mögen Musikkritiker noch so hart mit dem alternden Popstar ins Gericht gehen:  die bis ins letzte Detail durchdesignten Kostüme (von Prada & Co.) sind durchweg vom Feinsten und bieten jede Menge Eye Candy. Nach der schrecklichen Trainingshosen/Ed Hardy-Phase zum »Hard Candy«-Album und dem gleichnamigen Fitnessstudio-Launch ist Madonna samt Gefolgschaft zumindest modemäßig wieder auf der Höhe.
7) Apropos Eye Candy: Mehr durchtrainierte Männer mit nackten Oberkörpern gibt es nur in der aktuellen Staffel von »American Horror Story« zu bewundern.
8) Ebenfalls bei den Tänzern ganz vorne mit dabei: die Stars der aktuellen Voguing-Szene, das sehr coole Tanz-Duo AyaBambi aus Japan, das auch schon im »Bitch I’m Madonna«-Video zu sehen war.
9) Zu den Höhepunkten zählen sicherlich auch die etwas ungelenken Interaktionen Madonnas mit dem Publikum. Nicht gerade die Königsdisziplin der Popdiva, die mit Trinkspielen und der Wahl zur »Unapologetic Bitch« des Abends (eines vorab ausgesuchten Fans aus dem Publikum) sich von ihrer nahbaren Seite zeigt.
10) Zum Schluss holte Madonna mit ihrem ersten Hit »Holiday« noch einmal zum verlängerten Christopher Street Day in Köln aus, bei dem sich auch der letzte müde Hintern auf den 200 Euro-Rängen erhebt. Puh, sie kann’s also doch noch.

Setlist: 
Intro 
Iconic
Bitch I'm Madonna
Burning Up
Holy Water / Vogue
Devil Pray
Messiah
Body Shop
True Blue
Deeper and Deeper
HeartBreakCity / Love Don't Live Here Anymore
Like a Virgin
S.E.X. / Justify My Love
Living For Love
La Isla Bonita
Dress You Up / Into the Groove / Everybody / Lucky Star 
Who’s That Girl
Rebel Heart
Illuminati
Music / Candy Shop
Material Girl
La Vie En Rose
Unapologetic Bitch
Holiday

Madonna

Rebel Heart (Deluxe)

Release: 10.03.2015

℗ 2014 Boy Toy, Inc., Exclusively licensed to Live Nation Worldwide, Inc. Exclusively licensed to Interscope Records