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Stadtrundgang

Machinedrum

Für Travis Stewart hat es »Klick« gemacht. Nachdem der US-Elektronikmusiker zehn Jahre lang von Stil zu Stil und Subgenre zu Subgenre hüpfte, kam auf seinem 2011er Album »Rooms« alles zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Der Nachfolger »Vapor City« setzt ansatzlos wieder dort an und präsentiert den Künstler träumend zwischen den Metropolen New York und Berlin.
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»Vapor City« ist das erste Machinedrum-Album, das auf dem renommierten Londoner Label Ninja Tune veröffentlicht wird – und das erste, seitdem Stewart von New York nach Berlin gezogen ist. Man kann also feststellen, dass Machinedrum nicht nur stilistisch angekommen zu sein scheint. Während das musikalische Schaffen des aus North Carolina stammenden Anfang Dreißigjährigen vorher unruhig von Jungle und Hip Hop über UK Bass bis hin zu Footwork und Drum’n’Bass auf Tracks oder Alben verteilt war, verbindet sich dies nun alles. »Ich bin zu aller erst einmal ein Musikliebhaber. Und ich höre so viel aus sehr verschiedenen Genres, das mich beeinflusst. Aber im Moment habe ich das Gefühl, dass das alles zusammenfällt, was sehr spannend ist und mich auch stolz macht.«

Das neue Album »Vapor City« ist ein Gang durch eine imaginäre Stadt, die weder New York ist, noch Berlin, aber durchaus von beiden beeinflusst wurde. »Man könnte es als ein loses Konzeptalbum verstehen. Aber nicht das Konzept war zuerst da, sondern die einzelnen Songs – die sich dann zu einem Konzept verdichteten.« Angefangen hatte alles in Stewarts Träumen, in denen er durch Straßen und über Plätze spazierte, wie er erzählt. Anfangs noch der Asphaltdschungel New Yorks, wurden diese Träume später immer grüner und älter, als seine neue Heimat Berlin begann, sich in seinem Kopf einzunisten. »Als dann die Träume aufhörten, merkte ich, wie sehr sie die Songs geprägt hatten, und andersherum.« Und weil Träume vor allem Bilder sind, arbeitet Stewart live mit Weirdcore zusammen, der auch schon Visuals für Aphex Twin, M.I.A oder TV On The Radio geliefert hat.

 

Stewart wird aber neben seinem Soloprojekt Machinedrum auch weiter neben Jimmy Edgar als Teil von JETS unterwegs sein. Und ebenso wie das von den Kritikern heiß geliebte Sepalcure, das Stewart zusammen mit Praveen Sharma ausmacht, hatte auch JETS Einfluss auf Machinedrum. »Meine Arbeit mit Praveen Sharma hat mich für Atmosphärisches geöffnet, und mein Projekt mit Jimmy Edgar begeistert mich für Club- und Dance-Musik.« Travis Stewart ist einfach gut darin, verschiedene Stilrichtungen aufzunehmen, und inzwischen auch, sie zu einem einheitlichen Sound zu verbinden. In Berlin wird Stewart auch genug Gelegenheit dazu haben, neuen Stilrichtungen zu begegnen. »In New York sind die verschiedenen Szenen stark getrennt, während sich in Berlin alles mischt.« So wird sich Machinedrum sicherlich weiter entwickeln. Doch erst einmal ist er angekommen.