×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»So Sad, So Sexy«

Lykke Li

Die Queen of Sadness ist zurück und verpasst dem Drama-Pop auf ihrem neuen Album »So Sad, So Sexy« ein stellenweise etwas zu mainstreamtaugliches R’n’B-Update.

Geschrieben am

Ob es Lykke Li wohl gewurmt hat, dass die Remix-Version von »I Follow Rivers« den Bekanntheitsgrad jeder ihrer bisherigen Singles um Längen übertraf? Jedenfalls folgt nach der eher introvertierten Singer/Songwriter-Platte »I Never Learn« aus dem Jahr 2014 jetzt mit »So Sad, So Sexy« ein von aktuellen R’n’B-Sounds und HipHop-Beats beeinflusster Nachfolger, der die schwedische Sängerin ins Zentrum der aktuellen Popmusik rücken soll. Für einen kurzen Augenblick wähnt man sich bei der Tracklist-Lektüre schon beim falschen Künstler: Titel wie »Jaguars In The Air« oder »Sex Money Feelings Die« klingen eher nach einem neuen Drake-Machwerk als nach dem whimsy Indie-Electro-Pop, mit dem die Schwedin vor zehn Jahren auf »Youth Novels« debütierte. Auf ihrem vierten Album schließt die 32-Jährige die unsichere Selbstfindungsphase der Jugend ab und zeigt sich von einer neuen, reiferen Seite, die durch Kollabos mit etwa Kanye West bereits in der Vergangenheit angekündigt wurde.

Der anklagende Opener »Hard Rain« setzt auf große Gefühle und Auto-Tune – und erinnert wahlweise an Bon Iver, James Blake oder FKA Twigs, während das auf Hochglanz polierte »Deep End« die slicke Handschrift von Produzent Jeff Bhasker (Kanye West, Jay-Z, Rihanna) trägt und mit zeitgeistigen Trap-Beats überrascht. Ob es im folgenden »Two Nights« jetzt unbedingt das Rap-Feature des Portlandians Aminé gebraucht hätte, sei dahingestellt – doch für jede Konzession an den Mainstream gibt es zum Glück auch melancholische Banger wie das mit der besten Hook des gesamten Albums versehene »Better Alone Than Lonely«. Auch wenn Lykke Li als frisch gebackene R’n’B-Diva den Pop-Zeitgeist nicht unbedingt neu definiert, so ist ihr mit »So Sad, So Sexy« trotzdem eine über weite Strecken spannende künstlerische Weiterentwicklung gelungen.

Lykke Li

so sad so sexy

Release: 08.06.2018

℗ 2018 LL Recordings, under exclusive license to RCA Records, a division of Sony Music Entertainment