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Lumidee

“Du musst dir das mal vorstellen, noch vor drei Monaten saß ich zu Hause in meinem Zimmer und habe MTV geguckt”, erzählt Lumidee bei unserem Treffen im Kölner Hilton. Und lenkt die Gesprächsdynamik in Richtung ihres rasanten Durchbruchs. Der wurde hauptsächlich vom New Yorker Radio Hot 97 initiiert,
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“Du musst dir das mal vorstellen, noch vor drei Monaten saß ich zu Hause in meinem Zimmer und habe MTV geguckt”, erzählt Lumidee bei unserem Treffen im Kölner Hilton. Und lenkt die Gesprächsdynamik in Richtung ihres rasanten Durchbruchs. Der wurde hauptsächlich vom New Yorker Radio Hot 97 initiiert, das die Single “Never Leave You (Uh-Oooh)” mal eben zur heißesten around kürte. Und das wirklich nur Minuten, nachdem Lumidee im April von Straight Face (Universal Records) unter Vertrag genommen wurde. Als dann auch noch Busta Rhymes und Fabolous einen Remix anfertigten, war das “mehr als eine große Überraschung, ich kannte Busta Rhymes ja nur aus dem Fernsehen.”

Und nun ist Lumidee auf Reisen, steht in der Öffentlichkeit und spricht davon, als könne sie London gestern und Köln heute selbst nicht fassen: “Es ist alles neu, bisher war ich ja immer in New York Spanish Harlem oder in Puerto Rico, woher meine Familie stammt.” Deshalb heißt die Platte zur Single auch “Almost Famous”. Und eigentlich legt sie es auch nicht darauf an, ganz groß rauszukommen, so berühmt zu werden wie Mary J. Blige, Missy Elliott, Dido oder J.Lo. Denn – Achtung: Klischee, ick hör dir trapsen – es geht ihr nur ums Songwriting. Sie schreibt übrigens seit ihrem 13. Lebensjahr, um aus ihrem Leben zu erzählen: “Es ist alles echt. Wenn die Leute sich in der Musik wieder erkennen, dann genau deshalb.” Warum müssen sich HipHop- und R’n’B-Künstler eigentlich immer aus dem alleruntersten Dreck herausgearbeitet und trotz des ganzen Geldes und der vielen Autos die Roots natürlich nicht vergessen haben? Warum müssen sie alle “echt” geblieben sein? Wann hört es endlich auf, dass der Evergreen “Straße” immer wieder aufgewärmt wird? Warum gibt keiner zu, Kompromisse bei der Selbstverwirklichung eingegangen zu sein? Lumidee könnte das, schließlich ist sie aus real Harlem. Das scheinbar Reale auf “Almost Famous” ist jedoch eher der “me and you”-Fokus – Probleme mit dem Boyfriend oder eben keine Probleme mit ihm, wenn er Lumidee einfach glücklich macht. Die Beziehungskiste also: das zweite große Thema des R’n’B. Und alles total authentisch? “Wenn ich mit einem neuen Stück beim Label ankam und es gut fand, wurde mir oft gesagt, das funktioniert nicht, dann habe ich mich auf den Erfahrungsschatz der anderen verlassen.” Na, es geht doch: Das ist doch mal real.