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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Bpm an einer Hand

Low

Konstanz. Geben wir es ruhig zu: Danach sehnen wir uns doch alle. Während in den letzten zehn Jahren musikalische Trends in einer bislang nicht erlebten Frequenz an uns vorüberzogen, war auf Low immer Verlass. Codeine hatten sich gerade aufgelöst, da breiteten sich Wellen der Erleichterung in der
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Konstanz. Geben wir es ruhig zu: Danach sehnen wir uns doch alle. Während in den letzten zehn Jahren musikalische Trends in einer bislang nicht erlebten Frequenz an uns vorüberzogen, war auf Low immer Verlass. Codeine hatten sich gerade aufgelöst, da breiteten sich Wellen der Erleichterung in der Slowcore-Gemeinde (falls es so etwas gibt) aus, als Low hervortraten und noch einen Gang zurückschalteten. Der Bandname könnte programmatischer nicht sein: Es scheint unmöglich, Begriffe wie »ruhig«, »langsam« oder »intensiv« zu vermeiden, wenn es gilt, ihre Musik zu beschreiben. Oft beschränkten sie sich auf einen Ton pro Instrument und Lied, die bpm-Zahl lässt sich an den Fingern abzählen. Stimmung und Sound statt Lärm und geile Frisur. Zum 10-Jährigen beschenken sie uns mit zwei neuen Releases: einer CD/DVD-Box, gefüllt mit Unveröffentlichtem, Rarem, Videos und Banddoku, sowie einem neuen Longplayer ›The Great Destroyer‹. Die Gemeinde wird aufhorchen. Bei der neuen CD wurde das Tempo deutlich angezogen, die Komplexität und Vielfalt, die ihrer Musik immer schon innewohnte, ist offenkundiger. »Es passierte einfach, wir benötigten bislang immer sieben Minuten, um in unseren Songs dorthin zu gelangen, wo wir hinwollten, jetzt schaffen wir es in drei. Es war toll, festzustellen, dass wir letztlich machen können, was wir wollen, unsere Handschrift bleibt immer erkennbar.« Haben sie sich wirklich explizit gegen Grunge gewandt, als sie sich zu dessen Hochzeit gründeten? »Als wir anfingen, gab es all diese Bands, die diesem Hype hinterherrannten und sagten: ›Yeah, Alternative Music – wir sind dabei.‹ Als wir jung waren und uns viele Bands ansahen, haben uns die besten Konzerte aber deshalb umgehauen, weil sie neues Terrain betraten und uns eine Welt jenseits der uns bekannten aufzeigten. Genau das ist es, was gute Musik ausmacht und wir erreichen wollten.« Alex Bechberger