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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Sermin Usta

Love Attack #257

Starke Frauen, wiederentdeckte Welten und lang vermisste Helden: In dieser Ausgabe von »Love Attack« geht es nicht nur um große Emotionen.
Geschrieben am
In den letzten zwölf Monaten haben sich die Ereignisse für den 21-Jährigen A Boogie Wit Da Hoodie förmlich überschlagen. Er strich mehrere Platin- und Gold-Auszeichnungen ein, spielte auf Jay-Zs Festival Made In America und wurde von niemand Geringerem als Drake während dessen Show im Madison Square Garden auf die Bühne zitiert. Nun steigt der Freshman mit seinem ersten eigenen Album auf die Bühne. Auf »The Bigger Artist« (Highbridge The Label) lässt der Junge aus der Bronx musikalisch und bildlich die Puppen tanzen. Sein beliebtestes Instrument bleibt dabei das Piano, das auf mehr als der Hälfte seiner Songs vertreten ist. Kein Wunder, dass selbst die New York Times in ihm den vielversprechendsten jungen Rapper der Ostküstenmetropole sieht.

A Boogie wit da Hoodie

The Bigger Artist

Release: 29.09.2017

℗ 2017

Sie gewann 2016 den Grammy für das beste Vocal-Jazz-Album und zählt bereits seit ihren Anfängen zu den großen Sängerinnen ihres Genres: Cécile McLorin Salvant soll laut ihren Kritikern mit ihrem Album »Dreams And Daggers« (Mack Avenue) die direkte Erbfolge von Billie Holiday, Sarah Vaughan und Ella Fitzgerald angetreten haben. Ein Kompliment, das sich angesichts ihres neuen Albums bestätigt. Die Tochter eines aus Haiti stammenden Arztes und einer Mutter aus Guadeloupe bewegt sich auf einem Niveau, das man in jeder Generation nur wenige Male findet. Ihre emotionale Bandbreite, die tiefsten Tiefen und ungefilterte Höhen sind ergreifend – auch nach mehrmaligem Hören.

Cécile McLorin Salvant

Dreams and Daggers

Release: 29.09.2017

℗ 2017 Mack Avenue Records II, LLC

Mit ihrer unwiderstehlich klaren Stimme und geheimnisvollen Persönlichkeit begeistert sie R’n’B-Fans und Kritiker gleichermaßen. Neben ihrer Eleganz und auch technischen Brillanz kann man Sabrina Claudio aber vor allem Ehrlichkeit attestieren. Die in Miami geborene 21-jährige Newcomerin erzählt auf ihrem Debüt »About Time« (SC Entertainment) auf sehr aufrichtige Weise von ihren romantischen und teils dramatischen Adoleszenz-Erfahrungen, die augenblicklich berühren.

Sabrina Claudio

About Time

Release: 05.10.2017

℗ 2017 SC Entertainment, LLC

Wer kennt sie nicht, die Momente im Museum, in denen man vor einem Kunstwerk steht und nachdenklich in alle Richtungen analysiert, bis man fast daran verzweifelt. Ein ähnliches Gefühl löst die aus Brooklyn stammende Sängerin Masma Dream World mit ihrer Musik bei mir aus. Ihre selbstbetitelte EP (masmadreamworld.com) ist sperrig, rhythmisch und gleichzeitig sirenenhaft schön, aber trotzdem kaum zu fassen. Geht es um ein besonderes musikalisches Projekt? Oder einfach um schrille Kunst? Wie sehr man es auch will, es fehlen die Zugänge und Harmonien, um so viel Abstraktionen zu verdauen.
Wäre diese Welt eine faire, würde Isaac Hayes noch leben. In diesem Jahr wäre der Ausnahmekünstler 75 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren gibt es nun »The Spirit Of Memphis (1962-1976)« (Concord), eine Compilation, die die unterschiedlichen Kapitel seiner Karriere musikalisch und in Interviews dokumentiert. Neben Raritäten wie seiner ersten kommerziell veröffentlichten 7" bietet jede der vier CDs einen gelungenen Einblick in Hayes’ Beitrag zur Musikkultur von Memphis und seiner Zeit bei Stax Records.

Isaac Hayes

The Spirit of Memphis (1962-1976)

Release: 22.09.2017

℗ 2017 Craft Recordings, a division of Concord Music Group, Inc.

Nur wenige kennen sich mit Funk, Soul, Psychedelic und anderen Produktionen aus dem arabischen Raum so gut aus wie die Betreiber von Jakarta Records. Angefangen hat das vor drei Jahren in Marokko, als der Berliner Jannis Stürtz auf Basaren und in Plattenläden Meisterwerke des Maghreb entdeckte. Kurz darauf entstand das Jakarta-Sublabel Habibi Funk, das bis heute alte Alben unbekannter arabischer Künstler wiederveröffentlicht. Der neueste Clou ist eine Art Label-Compilation, nennt sich »Habibi Funk: An Eclectic Selection Of Music From The Arab World« (Habibi Funk) und beinhaltet viele bisher unveröffentlichte Tracks von Ahmed Malek, Al Massrieen, Sharhabeel Ahmed und Belbao. Wer also jetzt schon nach einem Weihnachtsgeschenk für einen Menschen mit exquisitem Musikgeschmack sucht, wird mit diesen arabischen Pop-Experimenten aus Psych, Disco und Jazz einen sicheren Treffer landen.

Various Artists

Habibi Funk: An Eclectic Selection of Music from the Arab World

Release: 01.12.2017

℗ 2017 HABIBI Funk Records

»Brat Brat, keine Schüsse, Korken knallen. Alle happy, keine Sorgenfalten«, wird sich Trettmann nach seinem Erfolgsschuss »#DIY« (SoulForce) denken. Kein Album wurde in diesem Jahr so heiß ersehnt und gleichzeitig von Kritikern so positiv besprochen. Das Debüt des Chemnitzer Shouters gilt schon jetzt als Blaupause des deutschsprachigen Trap. Trettmann (früher als Ronny Trettmann bekannt) und seine Produzenten-Posse KitschKrieg sind vollkommen zu Recht in aller Munde, denn auf diesem Album jonglieren sie quasi zeitgleich mit Pop, Trap, Dancehall und ihrer eindringlichen politischen Direktheit (»Grauer Beton«). Logischerweise ist die Posse um Haiyti, Joey Bargeld, Gzuz und Bonez wieder mit von der Partie.

Trettmann

#DIY

Release: 29.09.2017

℗ 2017 SoulForce Records

Zwei Jahre Auszeit von der Öffentlichkeit hat sich Weekend genommen, um mal wieder auf das Game namens Rap klarzukommen. Offensichtlich war das für den ehemaligen VBT-Rapper aber nicht genug Zeit, um den Kopf wirklich freizubekommen. Denn Weekend ist wütender, als er es jemals in einer seiner digitalen Battlerap-Runden gewesen ist. »Ich bin zurück und finde alles scheiße«, stellt der Rapper auf »Keiner ist gestorben« (Chimperator) genervt fest. Der Gelsenkirchener hat die Nase voll von der aktuellen politischen Entwicklung, der fehlenden Empathie der Gesellschaft und den musikalischen Trends, die HipHop durchsetzen. »Rap ist tot«? Mag sein, aber Weekend ist es nach dieser beachtenswerten LP sicher nicht.

Weekend

Keiner ist gestorben

Release: 13.10.2017

℗ 2017 Chimperator