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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Sermin Usta

Love Attack #243

Sonnenstrahlen heben die Laune – und die zehn LPs dieser Rubrik auch. Love Attack dieses Mal mit Freak-A-Holics, Beat-Bastlern und kleinen wie großen GigantInnen.
Geschrieben am
Afrika Bambaataas Hit »Planet Rock« gilt als ein Wendepunkt der Musikgeschichte. Ihm und Electro-Funk-Pionieren wie Egyptian Lover ist unter anderem der Durchbruch der Roland TR-808 zu verdanken, die heute quasi zum Inventar eines jeden Produzenten zählt. Neben diesen Errungenschaften feierte Westcoast-Legende Egyptian Lover mit Songs wie »Dail A Freak« (1983) erste Erfolge. Dennoch markiert erst der Song »Egypt, Egypt« (1984) den Beginn seiner Solokarriere und ermöglichte ihm sein Debüt »On the Nile« und die Gründung des eigenen Labels Egyptian Empire. Es folgten Klassiker wie die Uptempo-Nummer »The Lover« und der Funk-Hit »Freak-A-Holic«. Diese Meilensteine des 1980er-Funk und weiteres unveröffentlichtes Material enthält die nicht nur für Historiker lohnenswerte »1983-1988« (Stones Throw).

Egyptian Lover

1983-1988

Release: 15.04.2016

℗ 2016 Stones Throw Records

Seit dem 2012er-Release »MA Doom: Son Of Yvonne« war es ruhig um New Yorks HipHop-Urgestein Masta Ace. Mit »The Falling Season« (HHV) beendet er endlich sein Schweigen. Alle, die noch immer auf klassische HipHop-Beats stehen und für die Trap eine Modeerscheinung ist, sind bei Ace richtig.

Masta Ace

The Falling Season

Release: 13.05.2016

℗ 2016 hhv.de

Vom Urgestein zum Jungspund und HipHop, für den man kaum mehr braucht als Goldketten und einen Sportwagen. Dass so etwas auch noch oder besonders im Jahr 2016 ausgezeichnet funktioniert, zeigt Trap Lord A$AP Ferg. »Always Strive And Prosper« (RCA) ist ein Album, das konfuser kaum sein könnte und dennoch glanzvoll klingt. Der Mob ist und bleibt ein Mysterium.

A$AP Ferg

Always Strive and Prosper

Release: 22.04.2016

℗ 2016 RCA Records, a division of Sony Music Entertainment

Hier kommt die eindeutige Favoritin der diesmonatigen Runde: Die aus Brooklyn stammende Künstlerin Xenia Rubinos legt mit einer wahrhaft großen Soul-Stimme ihre LP »Black Terry Cat« (Anti-) vor. Ein Album mit melodiösen und unaufgeregten Jazz-Beats, die erst nach J Dilla, Erykah Badu, Rufus oder Digable Planets klingen, dann aber schnell zu echten Rubinos werden: selbstbestimmt, weiblich und glamourös, ohne es verkrampft darauf anzulegen.

Xenia Rubinos

Black Terry Cat

Release: 03.06.2016

℗ 2016 Anti

Sie hat den American Dream, den andere in ihrem Alter in der Schule pauken, mit 21 Jahren gelebt. Seit Rihannas Millionen-Hit »Bitch Better Have My Money« ist Bibi Bourelly, aus deren Feder der Song stammt, ein kleiner Star. Inzwischen hat die Berlinerin Songs für Usher, Selena Gomez und Lil Wayne geschrieben und ist bei Def Jam unter Vertrag. Ihr eigenes Album ist in Arbeit und wird voraussichtlich noch dieses Jahr erscheinen. Bis dahin beweist Bourelly mit ihrer EP »Free The Real Pt 1« (Def Jam) noch einmal ihr unübersehbares Talent.

Bibi Bourelly

Free the Real (Pt. 1) - EP

Release: 06.05.2016

℗ 2016 Def Jam Recordings, a division of UMG Recordings Inc./Circa 13

Er ist einer der versiertesten Beat-Bastler unseres Landes: Auf seinem neuen Album »Bird Songs« (Jakarta) setzt Suff Daddy vor allem auf reine Instrumentals mit Synthies, trockenen Drums und warmen Bass-Lines. Besonders spannend ist die Wahl der raren Gastbeiträge auf der Platte, arrangiert von Produzent und Wegbegleiter Dexter sowie dem mittlerweile zum Soul-Star aufgestiegenen Mayer Hawthorne.

Suff Daddy

Birdsongs

Release: 24.06.2016

℗ 2016 Jakarta

Das aufstrebende Label Life From Earth ist nicht nur die Heimat von Yung Hurn oder Rin, sondern auch von Produzenten wie Drae Da Skimask und Jan Au. Letzterem wird nun die Ehre zuteil, seine und zugleich die erste Life-From-Earth-Pressung »A Date With A Dark Bean« (Life From Earth) in Händen zu halten. Der geschmeidige »Slowed Down Caffeine HipHop«, wie sie ihre eigene Brut nennen, hält nahezu alles ein, was der Buzz im Vorfeld angekündigt hatte.
Nach erfolgreichen Auftritten bei diversen Freestyle-Battles und seinem Debüt »Pilsator Platin« (2014) erscheint nun »Turbo«, Karate Andis erstes Werk nach seinem Signing bei Selfmade Records. Auf 13 Tracks gibt der Neuköllner Eckkneipengänger Einblicke in seinen Alltag als spielsüchtiger Vollzeitalkoholiker und schreckt dabei wie gewohnt auch nicht vor miesen Beleidigungen zurück. Produziert wurde die Platte vom Winning-Team Bazzazian und Farhot, die sich vor allem mit ihren Beats für Haftbefehl einen ehrfürchtigen Ruf erarbeitet haben.

Karate Andi

Turbo (Deluxe Version)

Release: 13.05.2016

℗ 2016 Selfmade Records, under exclusive license to Universal Music GmbH

Form legt sich gern mit Arschlöchern an. Das und mehr hat der Mainzer Rapper und Aktivist in den letzten Jahren leidenschaftlich bewiesen. Aber was im Internet zu Kontroversen führt, kann auf Platte formidabel klingen, wie seine EP »Danke, dass Sie sich für diesen Newsletter entschieden haben« (Springstoff) zeigt. Hier wird dickköpfig durch die Welt gebrettert, charmant wie humorvoll in der Zukunft geschwelgt und der Untergrundverklärung eine eindeutige Absage erteilt. Ein schöner Schuss aus der Hüfte. Die EP wird über Forms Newsletter versandt.
Mit dem Reggae-Major-Release des Jahres lässt Alborosie mal wieder etwas von sich hören. Der auf Jamaika lebende Sizilianer präsentiert auf seinem neuen Album »Freedom & Fyah« (Greensleeves) tief sitzende Roots-Rhythmen mit moderneren Dub- und Electro-Einflüssen. Lyrisch bleibt er hingegen seiner Rasta-Linie treu: Auf seinem sechsten Album geht es vornehmlich um Liebe und  Sozialkritik. Unterstützung bekam er dabei unter anderem von Marley-Stammhalter Ky-Mani und Newcomer Sandy Smith.

Alborosie

Freedom & Fyah

Release: 20.05.2016

℗ 2016 VP Music Group, Inc