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Konzertbericht zur Show in Köln

Love A sind eine simple Band

Love A spielen an zwei ausverkauften Abenden hintereinander im Gebäude 9. Warum die Deutschpunker mittlerweile so viele Leute ziehen, wird am zweiten Abend deutlich: Ein exaltierter Frontmann, Simplizität und Schweiß.

Geschrieben am

28.04.2018, Köln, Gebäude 9

»Der Dicke kann nicht mehr«, schnauft Sänger Jörkk Mechenbier nach knappen eineinhalb Stunden und meint damit natürlich sich selbst. Das ist auch verständlich, verausgabt sich der Sänger der Trierer/Kölner/Wuppertaler Deutschpunker Love A ausgiebig auf der Bühne. Bester Zeuge hierfür ist sein schwarzes Hemd, das klitschnass durch eine Wasser-Bier-Schweiß-Mischung an seinem – eher schlanken als fülligen – Körper klebt.

Aber so geht es den meisten Konzertgängern im Gebäude 9, denn Love A-Konzerte sind eine schweißtreibende Angelegenheit. Das liegt vor allem darin begründet, dass die Band, die letztes Jahr ihr neuestes Album »Nichts ist neu« veröffentlicht hat, ein Faible für eingängig-schlagkräftige Punkrock-Hymnen hat. Das ist zwar ein simples Rezept, aber man ist ja auch »eine simple Band« wie Mechenbier bekräftigt. Und Simplizität ist ja auch nicht unbedingt schlecht.

Wenn man sich gegen kleingärtnerische Konformitätsansprüche (»Nachbarn II«), uniformen Oberflächlichkeitsfetischismus (»Windmühlen«) und politischen Nihilismus (groß: »100.000 Stühle leer«) stellt, sind verklausulierte Verse eher hinderlich. Hilfreich hingegen ist ein Frontmann, der diesen Namen auch verdient. Während die Bandmitglieder Dominik Mercier, Karl Brausch und Stefan Weyer – der mehrfach technische Probleme an seinem Pedalboard zu lösen hat – eher stoisch, aber äußerst engagiert ihren Dienst verrichten, streunt Mechenbier unaufhörlich über die Bühne. Und so verwundert es dann auch nicht, dass dieser eben nach 90 Minuten nicht mehr kann und erstmal »’ne Zigarette und ein paar Schnaps« braucht. Man gönnt es ihm.

Love A

Nichts ist neu

Release: 12.05.2017

℗ 2017 Rookie Records