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Ansteckend euphorisch

Lorde live in Köln

Sie kam, sie tanzte und sie siegte. Im Rahmen ihrer »Melodrama«-Welttournee verzückte die neuseeländische Popsensation Lorde das Kölner Publikum mit Charme, Hits und unkonventionellen Dance-Moves.
Geschrieben am
14.10.2017, Köln, Palladium

Es gibt nicht viele Momente im Leben, in denen man sich als Erwachsener wieder in seiner Teenagerzeit zurückversetzt wünscht. An diesem Samstagabend dauert dieser Moment exakt 90 Minuten. So lange steht Ella Marija Lani Yelich-O’Connor, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Lorde, auf der Bühne des ausverkauften Kölner Palladiums und performt die Hits ihrer beiden Welterfolge »Pure Heroine« und »Melodrama«. Wobei performen das falsche Wort ist: Die 20-jährige Musikerin tanzt so hingebungsvoll und bewegt sich so unbekümmert, wie es Leute sonst eigentlich nur hinter geschlossenen Türen tun. Dafür gab es nach den letzten MTV-Video Music Awards, bei denen die Sängerin krankheitsbedingt durch eine besonders kreative Dance-Routine auffiel, die zahllose Memes im Netz entfachte, noch Schelte. Grund genug für Lorde, ihr Set an diesem Abend mit dem auch damals dargebotenen Song »Homemade Dynamite« zu eröffnen.

Der Song markiert den Auftakt eines wundervollen Konzertabends, der mit großer Wahrscheinlichkeit die letzte Gelegenheit darstellt, die Neuseeländerin in solch einem überschaubaren Rahmen zu sehen. Zwischen ihren Songs erzählt Lorde im bezaubernden Kiwi-Akzent sympathische Anekdoten vom anstrengenden Leben auf Tour (das dennoch sie liebt), vom ersten Liebeskummer (den man laut ihres zweiten Albums »Melodrama« am besten einfach wegtanzen soll) oder nippt einfach nur kichernd an ihrem mitgebrachten Tee. Auch die Show-Elemente auf der Tour bleiben für einen Popstar ihres Kalibers überraschend überschaubar: Sie bestehen aus drei Outfitwechsel, und zwei verzichtbaren Ausdruckstänzern, die im Hintergrund herumwirbeln.

Stattdessen reiht sich im Laufe des Abends Hit an Hit. Bei »A World Alone« verwandelt sich die Halle in ein Lichtermeer aus Handy-Displays, und bei »Liability« singt das Kölner Publikum lautstark jede Zeile mit. Beim großen Finale »Green Light« schöpft Lorde noch einmal alle Energiereserven ihrer Fans aus und verwandelt die ehemalige Maschinenbauhalle in eine brodelnde Dance-Party inklusive Konfettiregen, bevor sie sich mit der Zugabe »Loveless« endgültig von der Bühne verabschiedet. Lord(e) sei Dank für diese Künstlerin!

Lorde

Melodrama

Release: 16.06.2017

℗ 2017 Universal Music New Zealand Limited