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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Loney, Noir

Loney, Dear

Spieler1: Loney, Dear ist gerade auf dem Sprung. Kein Wunder bei der schönen Musik. Er hat Verträge mit deutlich größeren Plattenfirmen als zuvor abgeschlossen, und alle sind damit beschäftigt, seinen Backkatalog aufzurollen und Mastermind Emil Svanängan für Promotermine durch die Weltgeschichte zu
Geschrieben am
Spieler1: Loney, Dear ist gerade auf dem Sprung. Kein Wunder bei der schönen Musik. Er hat Verträge mit deutlich größeren Plattenfirmen als zuvor abgeschlossen, und alle sind damit beschäftigt, seinen Backkatalog aufzurollen und Mastermind Emil Svanängan für Promotermine durch die Weltgeschichte zu schicken. Wohl deshalb hatte er keine Zeit, ein paar Statements zum zuletzt veröffentlichten wunderbaren Album “Loney, Noir” abzugeben. Aber nicht so schlimm – interviewen wir uns halt selbst, wir wissen schließlich auch genug. Denn wir sind ja mit dem ganzen Büro bei der Haldern-Pressekonferenz gewesen, und neben Spargel und viel Bier war es vor allem das anberaumte LD-Konzert, das uns begeisterte. So verspielte Popsongs hat so kreativ schon lange keiner mehr geschrieben, so zart und sinnlich noch länger niemand mehr gesungen und so virtuos und doch knapp seit Jahren niemand mehr arrangiert. Bestenfalls schwedische Landsleute wie Björn Kleinhenz oder Jens Lekmann waren stellenweise ähnlich gut. Und dass intro.de-Forumspatron Tobias Mull vor ein paar Monaten in seiner Gesamtdiskografie-Review seine Liebe zu Loney, Dear gestand, ist wohl so was wie der Ritterschlag auf all die Presse-Euphorie. Zudem ist dadurch an dieser Stelle schon viel gesagt, nur noch eine genauere Darstellung der besten Songs fehlt. Mach du das doch bitte.

Spielerin2: Na gern! “Sinister In A State Of Hope”: Meine Güte, wie schön das ist. Könnte auch ein Song von Stina Nordenstam sein, auch die Stimme von Svanängan klingt ihrer hier sehr ähnlich. “I Am John”: Die Single. Shufflige, beschwingte Melancholie, traurig wie Elliott Smith, verspielt wie Sufjan Stevens, schelmisch wie Pelle Carlberg. Und ein Background-Gesang, der klingt wie die Bee Gees. “Saturday Waits”: 60s-Melancholie, Shins und Beach Boys. Ein Gefühl wie Schiffen nachschauen. Hard Days”: “You know it when you wake up ...”, so die erste Zeile. Loney, Dear macht die Art von Musik, die so nahe kommen kann wie das Bettlaken, unter dem du liegst. “I Am The Odd One”: Wieder eine Seite ergreifendes Tagebuch – “I’m sorry, honestly I’m sorry, I ruined your day ...” “I Will Call You Lover Again”: Ein besonders schöner, selbstkritisch liebenswerter Song über den vergänglichen Glanz, den einem entgegengebrachtes Begehren verleiht.
Christian Steinbrink (1) / Vanessa Romotzky (2)