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So war’s in Köln: Eher »Oh Du fröhliche...« als »Stille Nacht«

Locas in Love live

Locas in Love läuten den Advent ein. Die Indie-Band feiert zum fünften Mal die coolste Betriebsweihnachtsfeier Kölns.
Geschrieben am
09.12.2012, Köln, Stadtgarten
 
Alle Jahre wieder veranstalten Locas In Love eine Weihnachtsgala und dürfen sich entsprechend nicht beschweren, wenn sie jetzt mit Weihnachtsfloskeln bedacht werden. Sie haben einen Sack voller besinnlicher Überraschungen mit in den Konzertsaal des Stadtgartens gebracht: zum Beispiel Bestuhlung, selbst gebackene Plätzchen und die Rockaway Shanty's – diese Wahnsinns-Schimäre aus dem Cover-Talent von »Wolke« und der maritimen Punkattitüde von Klaus und Klaus. Die schunkeln die 150 Sitzenden und noch einmal etwa 100 Leute, die keinen Sitzplatz bekommen haben, in die richtige Weihnachtslaune. 

Als Locas In Love auf die Bühne kommen, läuft auf den Bühnenhintergrund projiziert »Leichen pflastern seinen Weg« und Klaus Kinski schaut böse – er ist der einzige im Saal. Als gastgebende und auftretende Band so eine Veranstaltung zu organisieren, erfordert ein wenig Souveränität und eine Fanbasis, die über den Großraum Ehrenfeld hinausgeht. Und das funktioniert bei Locas In Love wunderbar. Dafür sorgt Björn Sonnenberg auch mit charmanten Ansagen, in denen er zuerst damit kokettiert, dass sie offensichtlich zu wenig Plätzchen gebacken haben, oder dass beim letzten Auftritt auf einer Privatparty eigentlich niemand der Anwesenden Locas In Love kannte und dass heute zwar viele FreundInnen da wären, aber sicher auch genauso viele Leute, die die Band zum ersten Mal sehen. Diese Behauptung lässt sich aber spätestens nach zwei Liedern schon nicht mehr aufrechterhalten. Locas in Love sind ja nicht direkt eine Hitband – es gibt nicht die ein oder zwei Lieder, die ganz sicher jeder kennt – deshalb werden eben alle Lieder gefeiert. Locas in Love gestalten die Gala als fast zweistündiges Medley aus allen vier Alben (inklusive der aktuellen Platte »Nein!«).

Wie Linernotes ziehen sich dabei die Ansagen von Björn durch das Programm. »ICE Wilson Bentley« und »Über Nacht ist ein ganzer Wald gewachsen« sind die Lieder zur Reise in die eigene (Weihnachts-)Vergangenheit. Und bei »Nein!« lernen wir, dass Locas In Love zufällig dasselbe Album wie EA80Definitiv: Nein!«) gemacht haben, was okay ist, weil man nicht oft genug »Nein!« sagen kann zu falschen Lebensentscheidungen. Am beeindruckendsten ist es aber, wenn Björn immer mal wieder an den Bühnenrand tritt und ohne Mikro ins Publikum singt, schreit und heult. Er ist bis ganz hinten zu hören.

Nach fast zwei Stunden und großem Applaus kommen noch »Spoiler Warning« und »An den falschen Orten« als Zugabe. Die Band muss Saskia von Klitzing das Schlagzeug unter den Drumsticks abbauen, bevor das Konzert beendet werden kann. Der Typ vor mir daddelt mit seinem Smartphone bei Facebook rum – ich hoffe, er postet ein Foto und schreibt dazu, dass es ihm gefallen hat. Sonst wird er mein Freund nicht werden.



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