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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

2001 - Collected Recordings

Lloyd Cole

Schon im letzten Intro hatte ich die gesammelten Werke Lloyd Coles der vergangenen fünf Jahre angekündigt, die mittlerweile als kunstkatalogartig (Ironie?) aufgemachte 4-CD-Box wirklich erschienen ist. Ganz schlau wird man aus dieser Veröffentlichungsstrategie zwar nicht, denn die Box sieht zwar seh
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Schon im letzten Intro hatte ich die gesammelten Werke Lloyd Coles der vergangenen fünf Jahre angekündigt, die mittlerweile als kunstkatalogartig (Ironie?) aufgemachte 4-CD-Box wirklich erschienen ist. Ganz schlau wird man aus dieser Veröffentlichungsstrategie zwar nicht, denn die Box sieht zwar sehr gut aus, aber drei der vier CDs waren zuvor bereits einzeln erhältlich und die exklusive CD #4 trägt den Titel “Loaded / Live In New York”, stammt aus 1998/99 und präsentiert eine recht uninspirierte Mischung aus neueren (“Tried To Rock”) und älteren (“Brand New Friend”) Songs, ergänzt durch eine wenig überraschende, epigonale Jonathan-Richman-Cover-Version von “Modern World” und eine nette Version von Kraftwerks “Taschenrechner”. Auf dem auch enthaltenen aktuellen Album “Plastic Wood” (Gibt’s ebenfalls einzeln. Ist das die Strategie? Sich für die jetzt folgende Tour noch mal kontinuierlich ins Gespräch zu bringen?) finden sich 18 rein instrumentale, wunderschön altmodische, freundlich-warme Soundscapes, atmosphärische Miniaturen mit Titeln wie “Train”, “The Beach” oder “After Before And After”, die Cole im Alleingang eingespielt hat und denen deutlich anzuhören ist, dass hier jemand reichlich Spätsiebziger-Elektronik von Eno oder Cluster rezipiert haben muss. “Plastic Wood” ist zwar sehr schön anzuhören, aber letztlich auch überflüssig. Durch die Songs und die Linernotes der Box zieht sich ein Ton der Unzufriedenheit und das Eingeständnis, einige falsche ästhetische Entscheidungen getroffen zu haben. Insgesamt überwiegt der Eindruck einer genervten Orientierungslosigkeit, die einige Rätsel offen lässt. “Closure for the artist, perhaps”, heißt es. Jetzt kommt die Tour. Vielleicht liefert sie sogar Antworten.