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Nocturnes

Little Boots

2010 herrschte zu Victoria Christina Hesketh erhöhter Gesprächsbedarf: Die Synthesizer-Sammlerin schwamm damals mit anderen Eighties-affinen Sängerinnen wie La Roux oder Ladyhawke höchst erfolgreich auf einer Electro-Retro-Welle, galt jedoch immer als die süßlichere Pop-Variante im Nu-Disco-Teich.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Nun bringt die unter dem Pseudonym Little Boots bekannte Britin nach dem Debütalbum »Hands« das bekanntlich schwere zweite Album heraus. Und obwohl Coverartwork und der Titel »Nocturnes« auf Düsteres verweisen, zeigt der erste Track »Motorway« doch bereits klar den Weg in Richtung leichte und lockere La-La-Klänge.

Im besten Fall erinnert das dann an die glasklaren 90er-Jahre-Pophymnen von Saint Etienne, im schlimmsten Fall stampft der Beat so dumpf daher wie in einer Großraumdisco, und im lustigsten Fall könnte man sich Little Boots auch gut auf der Bühne von Malmö beim diesjährigen »Eurovision Song Contest« vorstellen – ein Song heißt dann gar »Satellite« und würde sicher auch gerne von Lena interpretiert werden. So verwundert es auch nicht, dass bei dem Song »Confusion« Lady Gagas Hitschreiber mitmischte. Bei der glatten Produktion rührten aber auch noch James Ford von Simian Mobile Disco und Andy Butler von Hercules And Love Affair mit und schützen das Album dank einer gut dosierten Oldschool-House-Prise vor allzu großer Überzuckerung. Little Boots begibt sich mit ihrem Zweitling weniger in die unwägbaren Tiefen der Nacht, sondern tänzelt leichtfüßig in kleinen, aber standfesten Stiefelchen dem Sonnenaufgang entgegen.

In drei Worten: Hymnen / Lala / Dancing