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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Wer wir sind

Lisa Who im Steckbrief

»Wer wir sind« - der regelmäßige Steckbrief. Dieses Mal mit der Berlinerin Lisa Who.
Geschrieben am
Herkunft: Berlin
Genre: deutschsprachiger Sphären-Pop
Mitglieder: 1
Besondere Vorkommnisse: Zwar spielt Lisa schon lange das Keyboard für Madsen, ebenso lange ist sie aber auch als Solokünstlerin unterwegs.
Aktuelles Album: »Sehnsucht« (Arising Empire / Nuclear Blast / Warner / VÖ 20.01.17) 

Mir gefällt der Opener »Alles ist gut« sehr, obwohl ich ihn eigentlich hassen wollte, weil ich diesen Optimismus nicht immer teile. Warum gerade dieses Stück, wo doch die Zeitungen gerade das Gegenteil behaupten?

»Alles ist gut« ist eine Momentaufnahme. Das Lied beschreibt einen Augenblick, in dem alles perfekt erscheint. In dem man überwältigt ist von etwas unfassbar Schönem. Das kann die Natur sein oder die Liebe. Oder einfach eine Minute der Zufriedenheit mit sich selbst – ohne Einfluss von außen. Diese Momente sind unfassbar wichtig und geben Kraft für die Realität, denn du hast natürlich vollkommen recht: Die Aussage »Alles ist gut« trifft nun wirklich nicht auf unsere derzeitige Welt zu. Jeder Einzelne von uns muss versuchen, sie zu einer besseren zu machen. Kleine Inseln des Optimismus helfen dabei.

Du schreibst auch Songs für andere Musiker, beherrschst das Handwerk des Songwritings also schon recht lange. Wie spürst du, welche Songs dir gehören?

Ich schreibe für mich selbst ganz anders als für andere Künstler. Wenn ich mich ans Klavier setze, die Gitarre oder den Stift in die Hand nehme, um für Lisa Who zu schreiben, bin ich sehr kritisch. Überkritisch schon fast. Ich überlege mir sehr genau, was ich sagen will, und kontrolliere die Daseinsberechtigung der Lieder und jede einzelne Zeile sehr streng. Ich bin definitiv meine größte Kritikerin. Anderen gegenüber bin ich ehrlich, aber nicht so hart. Beim Fremdschreiben ist mir oft schneller klar, was gesagt werden soll, und ich bin unbefangener. Das ist sehr befreiend und hilft auch beim Schreiben für Lisa Who.

Du veröffentlichst auf dem Label des Nuclear-Blast-Chefs. Wie kam das zustande?

Ich hab mir überlegt: Welches Label ist wohl das abwegigste für meine Musik und bietet am meisten Gesprächsstoff für Interviews? Ein Ableger von einem Metal-Label. Da muss ich hin! Nein, mal im Ernst: Ich mache keine Musik, die für die Musikbranche sofort kommerziell verwertbar und/oder monetarisierbar scheint. Das macht es nicht leicht, aber ich habe keine Lust auf Kompromisse. Das ist die Musik, die ich machen will. Ich habe Marcus Hammer und Markus Staiger von Nuclear Blast zufällig auf einem Madsen-Konzert kennengelernt und ihnen meine Musik geschickt. Sie waren sehr interessiert. Ich habe eine sehr schöne E-Mail als Antwort bekommen, die mir gezeigt hat: Hier wird meine Musik verstanden, wie ich sie verstanden haben will, und hier darf sie so sein, wie sie ist. Und deswegen ist Nuclear Blast der richtige Ort. Ich bin sehr glücklich mit der Entscheidung.

Lisa Who

Sehnsucht

Release: 20.01.2017

℗ 2017 Arising Empire