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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Yougli

Linus

Wer kennt sie nicht, die Gattung baßspielender Menschen, die meint, partout etwas anderes als den von der Gitarre vorgegebenen Melodiegrundton von sich geben zu müssen und damit schon ganze Heerscharen von Gitarristen in die Nervenheilanstalt befördert hat? Das LINUSsche Klanggefüge basiert im Wesen
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Autor: intro.de

Wer kennt sie nicht, die Gattung baßspielender Menschen, die meint, partout etwas anderes als den von der Gitarre vorgegebenen Melodiegrundton von sich geben zu müssen und damit schon ganze Heerscharen von Gitarristen in die Nervenheilanstalt befördert hat? Das LINUSsche Klanggefüge basiert im Wesentlichen auf dieser eigentlichen Untugend, doch wirkt die Kontradynamik nicht auseinanderdividierend, im Gegenteil. Entweder hechelt sich der Baß im Triolenschritt gerade noch ins Ziel oder er zieht den Sechssaiter in schrägem Fahrtwasser hinter sich her, was dann eine eigen(artig)e Stimmung begründet, so nach dem Motto "minus mal minus gibt auch plus." Damit gleicht das Londoner Quartett eventuellen, recht offensichtlichen Diebstahl aus, wie bei "Peeping Tam", das doch mehr als nur verdächtig an "Primus" (BABES IN TOYLAND) erinnert. Höhepunkte dieses insgesamt allemal bemerkenswerten Debuts sind der Opener "Riding With Rich And Darryl", der neuseeländische Züge trägt, sowie "Super Golgotha Crucifiktion Scene" - eine wahre Ohrenweide, wie der Baß scheinbar verloren durch das Porzellan-Melodiegefüge stolpert, eine A-capella-Einlage textbezogen-theatralisch den Schluß suggeriert, ehe schließlich nur Gesang und Klampfe das Ganze zu einem grandiosen Schluß bringen - ohne Baß...