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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Sheezus«

Lily Allen

Immer wieder irritierend, wie sich gerade auch weibliche Popstars über so eine gewisse »Edge« in den Olymp bomben, nur um dort dann zu werden wie alle anderen.
Geschrieben am

Eine Schweigeminute daher für verheißungsvolle Eröffnungen, die bald mehr oder weniger ins Egale führten: für das Bubblegum-hittige einer Katy Perry, für die unverstellte Rotzigkeit der frühen Avril Lavigne, für das unkooperativ Dringliche von P!nk, für den Eurodance-Trash-Charme der ersten Lady-Gaga-Hits, für den verklemmt melodiebesoffenen Teensex der jungen Britney Spears ... Doch mit dem Fame passiert plötzlich Merkwürdiges: Alle wollen klingen wie Rihanna! Statt den individuellen Approach auszuarbeiten, scheint es schick, sich halbgeile Beats à la Pharrell nachstellen zu lassen und aus Retortensongs mehr oder weniger noch paar Retortenhits rauszuleiern.

 

Dass das nun auch Lily Allen erfasst hat, ist schade. »Sheezus« ist so ein cooler Titel, aber leider keine wirklich große Platte. Dennoch sollte man Lily Allen nicht vorschnell aufgeben. Ihre Texte trauen sich immer noch einiges, endlich mal wieder Songs über die Periode und wie es ist, sich eben nicht für einen Typen oder für Love selbst aufgeben zu wollen. Musikalisch deutlich gefälliger und überraschungsärmer als noch zuletzt, aber selbst die Rihanna-Beats’n’More-Blaupause kann Lily nicht gänzlich ihre »Edge« rauben. Insofern hat man zwar nicht alles bekommen, was man sich vielleicht erhoffte, aber dennoch einen unterhaltsamen Mix aus routiniert schmiegigem Charts-R’n’B-Pop und dem Charme der Ausnahmekünstlerin aus London. 

 

In drei Worten: R’n’B-Pop / Periode / Routine