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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Killing Some Dead Time

LIBIDO

LIBIDO sind drei Herren aus Norwegen mit Wohnsitz in London und ausgeprägter Liebe zum gitarrenbetonten Popsong. Der ist mal euphorisch wie der äußerst nette "Oh, schaut sie euch nur an! Ist sie nicht süß, sie ist mein Mädel!"-Einsteiger "Overthrown", mal ist er melancholisch in dieser "Jetzt ist si
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Autor: intro.de

LIBIDO sind drei Herren aus Norwegen mit Wohnsitz in London und ausgeprägter Liebe zum gitarrenbetonten Popsong. Der ist mal euphorisch wie der äußerst nette "Oh, schaut sie euch nur an! Ist sie nicht süß, sie ist mein Mädel!"-Einsteiger "Overthrown", mal ist er melancholisch in dieser "Jetzt ist sie doch weg, aber bin ich darüber nun traurig oder nicht?"-Weise wie bei "Remarkably Abnormal". Als wäre es damit nicht genug, wollen LIBIDO schließlich auch noch, daß ihr Pop psychedelisch klingt wie in dem nervtötend banalen Sgt.-Pepper-rip-off "Magic Mushroom Night". Getragen und zusammengehalten wird dieses (Gefühls-) Spektrum von der hübschen Stimme Even Johansens (auch Gitarre) und dem sympathisch ange-, aber nicht verstaubten Soundbild des ELASTICA-Produzenten Phil Vinall. Das Bandziel "Pop" wird mit dieser Platte erreicht und erfüllt: LIBIDO sind auf Anhieb eingängig, harmonisch und somit tatsächlich der im Albumtitel angedeutete Zeitvertreib. Gleichzeitig geht aber kein besungenes Gefühl tief genug, um irgend etwas Nachhaltiges auszulösen, jede Krise wird vom Wohlklang abgefedert. Dementsprechend ist die Dosierung von "Killing Some Dead Time" ein wichtiger Faktor. Im rechten Maß ist's wohlfeiler Zeitvertreib, bei Überdosierung drohen jedoch Langeweile und Satthör-Gefühl.