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Liaisons Dangereuses

Liaisons Dangereuses

Es sollte der Grundgedanke von Konstellationen sein, dass sie in gemeinsamer Creativeness münden mögen. Ist aber nicht immer gewährleistet. Mit ihrer gleichnamigen, hier vorliegenden Wiederveröffentlichung zeugen Liaison Dangereuse von so einer auffallend fruchtbaren Verbindung. Denn hier wurde nich
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Es sollte der Grundgedanke von Konstellationen sein, dass sie in gemeinsamer Creativeness münden mögen. Ist aber nicht immer gewährleistet. Mit ihrer gleichnamigen, hier vorliegenden Wiederveröffentlichung zeugen Liaison Dangereuse von so einer auffallend fruchtbaren Verbindung. Denn hier wurde nicht nur die ganze Nacht am Frühstückstisch verbracht, sondern es fand auch ein intensiver musikalischer Austausch statt. Als Beate Bartel und Chrislo Haas sich trafen, hatte Beate sich gerade von Mania D. getrennt und Chrislo die Finger von den Synthie-Knöpfen der drogenvollgepumpten DAFs gelassen. Anfangs waren es Kassettenveröffentlichungen unter dem Namen CHBB. Aber dann hausten die beiden, 1981, mit zwei Korg-Synthesizern in einer kleinen Dachwohnung, und es ergab sich die Pärchen-Band Liaisons Dangereuse. In diesen etwa vier Wänden entstand dann ihre erste und einzige LP - und das aufgrund ihrer gefährlichen Liebschaft: „Was ja auch erst möglich gewesen ist, weil es damals diese kleinen portablen Dinger gegeben hat. Tagsüber gevögelt, nachts gearbeitet. Das war wirklich ein scheißgeiles sexuelles Ding.“ (Chrislo Haas. In: Verschwende Deine Jugend). Zu dieser hypnotisch, hedonistischen Konstellation kamen technische und ästhetische Entwicklungen, die für Elektro-Punk-Titel wie „Los Ninos Del Parque“ - den nachhaltigen Hit – signifikant sind. Durch groovig basslineartige und melodische Sequenzen entstanden äußerst reduzierte Strukturen. Daraus ergeben sich spannende vierzig Minuten. Vergleichbar mit Cabaret Voltaire oder Can, ist das auch nach 20 Jahren ein Zeitdokument und bleibt ein Rendezvous dangereuse.