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»Intergalactica«

LGoony

Cloud-Rap ist weiter auf dem Siegeszug. Und während Kool Savas deswegen weiter auf Facebook trauert, legt LGoony mit »Intergalactica« das bislang beste deutsche Cloud-Rap-Album vor.
Geschrieben am
Das Rezept ist hinlänglich bekannt: langsame Trap-Beats, melodiöse Synthie-Flächen, dazu von Auto-Tune geschwängerte Ohrwurm-Hyperbeln über Money, Bitches, Fame undsoweiter. Was LGoony dabei von den Genre-Kollegen Hustensaft Jüngling, Yung Hurn, Money Boy und (der technisch guten, aber lyrisch schwachen Rapperin) Haiyti hauptsächlich unterscheidet, ist der kulturelle Seitenblick seiner Texte. Eine unvollständige Referenz-Liste von »Intergalactica«: Gary Cooper, Gucci Mane, Cinderella, Lil B, Gullivers Reisen, The Last Airbender, Proxima Centauri, Lil Uzi Vert, Battlestar Galactica, Rio Reiser. Gegen dieses postmoderne Potpourri wirkt ein Yung Hurn – der mit seinem dreiminütigen Figaro-Liebeslied zwar auch seine Berechtigung hat – ein wenig unterambitioniert, von Money Boy ganz zu schweigen. Fehlende Ambition kann man LGoony jedenfalls nicht vorwerfen: »Intergalactica« ist das vierte Release in zwei Jahren. Diese Geschwindigkeit hört man den Tracks zuweilen an. Eine ordentliche Produktion hätte dem sympathischen DIY-Style vielleicht den Gar ausgemacht, den meisten Tracks für sich genommen aber geholfen. Dennoch lässt sich festhalten, dass es schon jetzt ziemlich nah an der Wahrheit liegt, wenn LGoony auf »Verlieren« mit einem wunderschönem Anglizismus rappt: »Heute renne ich das Spiel von ganz allein«.

LGoony

Intergalactica

Release: 23.12.2016

℗ 2016 Airforce Luna