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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Aurora Gory Alice

Letters To Cleo

Dreimal dasselbe Format: Collegerock aus Amiland, präsentiert vom scheinbar hyperaktivem Indie-Lable Giant Records. Und die drei Newcomer haben es in sich, mischten in ihrer Heimat die Charts lokaler Radiosender auf und haben bereits treue Fangemeinden an den Colleges. Fast ein Jahr nach den Erstver
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Autor: intro.de

Dreimal dasselbe Format: Collegerock aus Amiland, präsentiert vom scheinbar hyperaktivem Indie-Lable Giant Records. Und die drei Newcomer haben es in sich, mischten in ihrer Heimat die Charts lokaler Radiosender auf und haben bereits treue Fangemeinden an den Colleges. Fast ein Jahr nach den Erstveröffentlichungen in den USA gelangen diese Pop-Perlen zum Glück auch endlich zu uns auf den Kontinent. Hoffentlich nicht nur als schwierig zu beschaffender Geheimtip. Die Bostoner LETTERS TO CLEO sind so etwas wie die Power-Version von KRISTIN HERSH, auch wenn Sängerin Kay Hanley natürlich solche Vergleiche nicht liebt. Trotzdem bleibt sie mit ihrer Stimme charakteristisch für den ganzen Sound der Band. Ansonsten bleiben LETTERS TO CLEO den Indie-Rock Traditionen verhaftet: fette Gitarren, relativ sunny, auch wenn z.B. "Wasted" an die Anfänge der Band als New Wave Formation erinnert. Ein eigentümlicher Stilmix zwischen Trance, House, Dub und Gitarrennoise ist bereits das Markenzeichen des Chicagoer Quintetts CERTAIN DISTANT SUNS, die lokale Presse spricht von "genre-hopping dance rock". HipHop Samples, ein geloopter Pygmäenchor und Feedback-Gitarren bilden das chaotische Universum von CDS, doch letztendlich geht es Sänger und Kopf Justin Mroz um den "good Popsong". Die Singleauskopplung "Bitter" beschränkt sich daher auch nur auf ein raviges Schlagzeug und ein kurzes gesampletes Intro, paßt sich aber ansonst weitgehend dem Alternativ-Rock Modell an. Das Gegenstück bildet z.B. die elfminütige Trance-Dub Nummer "Crustacean", die nun wirklich hypnotisch abgespaced ist. Wenn ich es nicht besser wüßte, würde ich sagen, daß mindestens zwei Bands am SEED-Debut gearbeitet haben, so unterschiedlich ist der Sound der beiden Seiten des Vorab-Tapes. Die vierköpfige Band aus Austin präsentiert sich zu Beginn noch als nette Trallala-Combo mit Nähe zu BUFFALO TOM (der "Baa Baa Song" und "For Adam" erinnert mich sogar irgenwie an alte GENESIS Sachen) und werden dabei streckenweise sogar richtig ecklig. Gedoppelter Chor-Gesang und Bombast-Balladen sind manchmal ja okay, hier aber recht nervig. Besonders wenn man dann hört, das SEED richtig geil sein können. Die drei Tracks zu Beginn der B-Seite, "Doe" und "Tortoise Shell", knallen mit fett verzerrten Gitarren und SOUNDGARDEN-mäßiger Hoppel-Rhythmik richtig gut rein. Als Krönung gibts orientalisch angehauchte Melodiebögen und mit "Fortune" die überfällige Synthese der beiden Stile. Sollte die Band sich in dieser Richtung entwickeln sind sie unschlagbar.