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»It’s good to be back«

Laura Mvula live in London

Neues Material und ein neues Selbstbewusstsein. Das Heimspiel von Laura Mvula in London wird zum frenetisch gefeierten Triumph.
Geschrieben am
22.03.2016, London, Islington Assembly Hall

»It’s good to be back«, freut sich Laura Mvula sichtlich gerührt, als bereits nach dem ersten Stück der Applaus für Minuten nicht abreißt. Die gut gefüllte historische Islington Assembly Hall im Zentrum Londons verleiht mit stampfenden Füßen ihrer Begeisterung Ausdruck und gibt so die Stimmung der kommenden 90 Minuten vor.

Laura Mvula möchte diesen Abend nutzen um vor heimischem Publikum ihr im Sommer erscheinendes zweites Album vorstellen, auf dem sich musikalisch ein Stilwechsel vollzieht. Demzufolge steht die Sängerin, nicht wie früher mit kleiner Besetzung auf der Bühne, sondern im Zentrum einer vielköpfigen Band mitsamt Backgroundchor, die Keytar lässig vor dem Bauch. Im Rücken der Band der Mann, der als Produzent und Musical Director maßgeblich an den neuen Stücken mitgearbeitet hat: Troy Miller. Man merkt, hier hat eine Transformation stattgefunden. Das Fragile, oft ein wenig zu Fordernde ihres Debütalbums ist einer Souveränität im Umgang mit unterschiedlichen Stimmungen gewichen. Zudem sind viele der Lieder des kommenden Albums »The Dreaming Room« schlichtweg stimmiger und eingänglicher im Zusammenspiel aus Jazz, Gospel, Soul und Pop.
Schnell merkt man: Es ist kein Konzert, wie jedes andere. Mvula tritt von Anfang an in den Dialog mit dem Publikum, erläutert die neuen Stücke ausführlich und spielt einige davon direkt doppelt. »So you can digest the new songs right«, aber auch, weil es der Künstlerin wichtig ist, ihre noch frische Entwicklung hin zur Poptauglichkeit selbst auf der Bühne zu spüren.  Und die Geschichte dahinter zu erzählen. Vor kurzem wurde ihr das Herz gebrochen, berichtet Laura Mvula während einer Pause zwischen zwei Stücken. Sie habe den großen Fehler begangen, zu Zeiten, da die Beziehung noch Bestand hatte, eines ihrer Lieder nach dem Verflossenen zu benennen. Ein Umstand, den es vor Veröffentlichung des Albums zu korrigieren galt: »Now it’s called ›Kiss My Black Ass‹!« 

Nicht nur an dieser Stelle gewährt die Künstlerin einen sehr persönlichen Einblick. Das discophile »Phenomenal Woman«, das von einem Gedicht von Maya Angelou inspiriert ist, widmet sie ihrer Mutter. Diese komme üblicherweise nur zu den ganz besonderen Shows, etwa wenn Mvula den support für Prince übernehme.  »Sorry Mum, no Prince here.« Stattdessen fordert Mvula das Publikum äußerst erfolgreich dazu auf, laut »You are phenomenal« zu skandieren. »Did you hear that, Luv?«, erkundigt sich die Sängerin in Richtung Balkon. Die positive Antwort aus den oberen Sitzreihen geht danach schnell im aufbrandenden Applaus unter. 

Laura Mvula

Sing To the Moon (Deluxe)

Release: 01.03.2013

℗ Tracks 1,4,8 & 14 (P) 2012; all other tracks 2013 Sony Music Entertainment UK Limited