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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

More Art Than Convenience?

Lato

Der Hype war ja zugegebenermaßen enorm. Erst wie aus dem Nichts diese schwindelerregend proppere Style-Council-Coverversion der “Solid Bond”-B-Seite “It Just Came To Pieces In My Hands” auf einer der tollen Firestation-Tower-Compilations, gefolgt von einer Paul-Weller-Support
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Der Hype war ja zugegebenermaßen enorm. Erst wie aus dem Nichts diese schwindelerregend proppere Style-Council-Coverversion der “Solid Bond”-B-Seite “It Just Came To Pieces In My Hands” auf einer der tollen Firestation-Tower-Compilations, gefolgt von einer Paul-Weller-Supporttour, dann Beautiful-South-Rotnase Heaton, der angeblich den Wunsch verspürt haben soll, einen Lato-Song zu covern, und schließlich die Beteilung der Madness-Frontpersonen Suggs und Chas Smash an den Aufnahmen zur Debüt-LP der Berliner. Für den von Falten zerfurchten Vollzeit-Zweifler alles einen Tick zu untadelig, um überhaupt den Hauch einer Chance zu besitzen, seine Entsprechung in der Musik des Quartetts finden zu können. Dann auch noch die obligate Fußball-Referenz (Mitglieder der nach dem polnischen WM-74-Torschützenkönig Grzegorz Lato benannten Band musizierten vormals in der nach dem russischen Nationalspieler Oleg Blochin benannten Band Blochin 81, die einige Tonträger beim Hamburger Liebhaber-Label Marsh Marigold unters Volk peitschte). Doch allen Unken sei’s gehustet: “More Art Than Convenience?” ist eines jener seltenen Alben, die die Investition des winzigsten Fünkchens Vorfreude mit dem Zigfachen an tonnenschwerer, güldener Glückseligkeit aufwiegen. Mehr Soul als die Music Of Black Origin Awards, mehr Catchiness als der gesamte Oasis-Back-Katalog und songschreiberische Reife, Tiefe, Brillanz und Inspiriertheit, dass es für mindestens zwei bis drei weitere talentfreie deutsche Mod-Pop-Bands locker mit ausreichen würde. Ab heute bin ich Fan.